DIE HARKE wünscht einen guten Tag!

DIE HARKE wünscht einen guten Tag!

Nienburg 19.04.2020 Von Edda Hagebölling

„Kulle“ und/oder Sabine

Guten Tag!

„Umarmung aus der Ferne und bleib gesund.“ „Wir denken an dich, trinken auf dein Wohl und holen alles nach.“ Wer in der heutigen – leider noch einmal recht überschaubaren – HamS die Hallo-Anzeigen überfliegt, stellt fest: „Kulle“ muss ein total beliebter Mensch sein. Und Sabine auch. Offenbar sind beide – oder handelt es sich etwa um ein und dieselbe Person? – 50 geworden. Herzlichen Glückwunsch auch von dieser Stelle.

Kulle und/oder Sabine ergeht es wie allen, die in diesen Wochen und Monaten Geburtstag haben oder gar heiraten wollten: Die Party fällt aus. Und bis auf weiteres auch alle anderen Veranstaltungen. Die Liste wäre endlos. Das wird ein total langweiliger Sommer. Allein in meiner Samtgemeinde lassen sich aus dem Stand zahlreiche beliebte Events aufzählen.

Radtour des Gewerbevereins Heemsen mit Blick hinter die Kulissen der heimischen Betriebe? Erdbeerfest in Rohrsen? Zeltlager der Jugendfeuerwehren aus dem Landkreis Nienburg rund um die Heemser Schule? Irischer Abend an der Alten Kapelle in Haßberegen? Axel Prahl auf dem Hof Höltje, ebenfalls Haßbergen? Eher nicht. Für die Veranstalter richtig, richtig ärgerlich. Sie haben bereits zahllose Stunden in die Vorbereitung gesteckt. Der Erlös ist nicht selten fest für die Finanzierung weiterer Vereinsaktivitäten eingeplant.

Die potentiellen Besucherinnen und Besucher reagieren dagegen eher gelassen. Sie sind längst im Corona-Modus angekommen? Homeoffice, Kurzarbeit und dazu dieses Wetter. Wer hätte gedacht, dass man sich auch an ein Leben ohne Termine gut gewöhnen kann. Kurz ein Klönschnack über den Gartenzaun, der nächste Nachbar fragt, ob er am Sonntag etwas zu essen aus einem weiteren Lieblingsrestaurant vor die Tür stellen soll, gegen Abend ne Radtour und in der Mittagspause ein halbes Stündchen auf der Liege im Garten. „Alle unsere Verwandten beneiden uns – mal wieder – darum, dass wir in Deutschland leben“, so die nette Inhaberin meines Lieblingschinesen. „Wir stehen das durch“, sagt sie im Hinausgehen. Wer sollte bei soviel Optimismus nicht ebenfalls positiv gestimmt wieder von dannen ziehen, um das abgeholte Essen brav zuhause zu verspeisen.

Dass sie uns Wiedersehen wird, sobald die Bestimmungen gelockert werden, versteht sich von selbst. Und natürlich ist ganz klar, dass wir– wie sonst auch– vor Ort einkaufen. Wie Nienburgs Innenstadt wohl am Montag aussehen wird? Und ob es in dem einen oder anderen Geschäft wohl selbstgenähte Mundschutzmasken zu kaufen geben wird?

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Erstellt:
19. April 2020, 06:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 14sec

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