Jens Niemann spielt beim Kulturgottesdienst. Foto: Niemann

Jens Niemann spielt beim Kulturgottesdienst. Foto: Niemann

Hoya 17.06.2021 Von Die Harke

Kulturgottesdienst mit Beethovens Musik

Pianist Jens Niemann ist am Samstag zu Gast in der Martin-Luther-Kirche in Hoya

Ein verspätetes Geburtstagsständchen könnte man es nennen: Coronabedingt sind die meisten Veranstaltungen zum Beethovenjahr anlässlich seines 250. Tauftages ausgefallen. So auch der Kulturgottesdienst, den die Kirchengemeinde Hoya dazu anbieten wollte. Jetzt holt die Gemeinde das nach und lädt am Samstag, 19. Juni, um 19.30 dazu in die Martin-Luther-Kirche, Von-Staffhorst-Straße 7, ein. Zu Gast ist der Osnabrücker Pianist Jens Niemann mit einer Auswahl der Klavierstücke des Bonner Komponisten.

Niemann unterrichtet an der Landesmusikakademie Nordrhein-Westfalen und spielt in verschiedenen Formationen, nicht ausschließlich klassisch, unter anderem für die Kinderpopband „Trommelfloh“ und die Bluesrocker von Jailjob Eve. Und er freut sich sehr darauf, nach der langen Live-Pause endlich wieder vor Publikum spielen zu können.

Nicht nur die Künstler haben Konzerte in den letzten Monaten schmerzlich vermisst. Als die Kulturgottesdienste im vergangenen Monat mit dem Abend über Marlene Dietrich starteten, war bei den Besuchern regelrecht Erleichterung zu spüren, dass das Leben langsam beginnt, wieder in normalen Bahnen zu laufen.

Für Pastor Florian Schwarz, der die Reihe der Kulturgottesdienste mit nach Hoya gebracht hat, ist der Abend über Beethoven eine Premiere: „Es ist das erste Mal seit Beginn der Kulturgottesdienste vor 13 Jahren, dass es klassische Musik gibt. Es geht in dieser Reihe auch um die Vielfalt kultureller Formen, und klassische Musik bekommt man in Kirchen ja nicht selten zu hören. Bislang haben wir uns auf die Kulturformen konzentriert, die es in Kirchen sonst nicht zu hören oder sehen gibt.“

Dass ausgerechnet Beethoven diese Tradition durchbricht, hat für den Theologen einen guten Grund. Beethoven war ein Kind seiner Zeit und hat in vielen Facetten seines Wirkens den Geist der Aufklärung geatmet. Kirchgänger war er nicht, hat mit seiner Musik aber theologische Gedanken aufgegriffen, die auch heute noch modern zu nennen sind. Insbesondere bei seinem Zeitgenossen, dem liberalen Theologen Friedrich Schleiermacher, finden sich die Gedanken wieder.

Zentral für die Predigt steht das Rondo „Alla Ingharese quasi un Capriccio“, besser bekannt unter dem Titel „Die Wut über den verlorenen Groschen“ und das lukanische Gleichnis vom verlorenen Groschen.

Der Eintritt zum Kulturgottesdienst ist frei, die Plätze coronabedingt jedoch beschränkt. Internet: www.kulturgottesdienste.de.

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Erstellt:
17. Juni 2021, 04:33 Uhr
Lesedauer:
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