Sabine Lüers-Grulke DH

Sabine Lüers-Grulke DH

Nienburg 14.03.2017 Von Sabine Lüers-Grulke

„Kulturgut Buch“ ist in Bedrängnis

Sich im Fachgeschäft beraten lassen und dann beim Discounter oder vermeintlichen „Billigheimer“ kaufen – oder gleich im Internet bestellen: Diese „Geiz-ist-geil-Mentalität“ wird jetzt einem weiteren Nienburger Traditionsbetrieb zum Verhängnis. [DATENBANK=3312]Bücher Leseberg[/DATENBANK] 53505. Nach mehr als 150 Jahren steht die Buchhandlung und Papeterie zahlungsunfähig da. Man kann nur hoffen, dass die Insolvenz dazu führt, dass das Geschäft anschließend weiterlaufen kann. Besonders schade daran ist, finde ich, dass es eine Buchhandlung trifft: Ein Laden, der nicht nur irgend etwas verkauft, sondern eben das „Kulturgut Buch“.

Als ausgebildete Buchhändlerin weiß ich, dass man mit dem Verkauf von Büchern allein eigentlich noch nie reich werden konnte. Zu gering sind die Rabatte, die Verlage auf den festen Preis geben, den Bücher nun einmal laut Gesetz kosten. Diese Buchpreisbindung garantiert auf der anderen Seite aber dafür, dass nicht nur umsatzstarke Bestseller gedruckt werden, sondern eben auch Bücher, die auf Anhieb weniger Leser finden. Der Kunde kann sich sicher sein, dass er für das gleiche Buch überall in Deutschland denselben Preis bezahlt – egal, ob er auf dem Land wohnt oder in der Großstadt.

Doch inhabergeführte Buchhandlungen haben es schwer. Fast alle bieten deshalb ein Sortiment an, das auch den Bereich Papeterie umfasst. Da kann man die Preise nämlich selbst bestimmen. Im Grunde sind viele Buchhändler eben doch Idealisten: Sie tun das vor allem, damit sie eben auch Bücher verkaufen können.

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Erstellt:
14. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 44sec

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