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Nachhhaltiger Landbau: Im Lebensgarten Steyerberg soll die kreisweit erste Solidarische Landwirtschaft entstehen. Foto: Lamers

Nachhhaltiger Landbau: Im Lebensgarten Steyerberg soll die kreisweit erste Solidarische Landwirtschaft entstehen. Foto: Lamers

Steyerberg 04.12.2019 Von Die Harke, Von Jörn Graue

Kunden können über Anbau mitbestimmen

Erste Solidarische Landwirtschaft im Landkreis soll im Steyerberger Lebensgarten entstehen / Verlässliche Finanzgrundlage

Der Permakulturpark am Lebensgarten in Steyerberg, kurz Pals, möchte neue Wege gehen und im kommenden März die erste Solidarische Landwirtschaft (Solawi) im Landkreis Nienburg gründen.

Das Prinzip: Interessierte können einen Anteil für ein Jahr erwerben und haben ein Mitspracherecht beim Anbau von Gemüse.

Bereits seit zehn Jahren wird auf einer rund zwei Hektar großen Freifläche am Steyerberger Lebensgarten mit permakulturellen Anbaumethoden ohne Maschinen- und Chemieeinsatz Bioland-zertifiziertes Gemüse, Salat und Kräuter sowie Obst angebaut.

Gemeinsame Verantwortung ist das Ziel

Das Prinzip einer Solawi beruht auf gemeinsamer Verantwortung von Erzeugern und Verbrauchern für den regionalen, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigen Anbau von Lebensmitteln.

„Die ganzjährig produzierte Ernte wird unter allen Beteiligten aufgeteilt. Dazu erwerben die Interessenten bei einer sogenannten Bieterrunde einen Ernteanteil, der in gleichbleibenden Monatsbeiträgen bezahlt wird. Es wird also nicht ein einzelnes Lebensmittel, sondern die Landwirtschaft als Ganzes finanziert“, erläutert Sven Lamers, kaufmännischer Leiter bei Pals.

Die Anteilseigner erhalten außer den angebauten Produkten wie Salaten, Kräutern und Früchten auch ein Mitspracherecht bei der Gestaltung der Solawi sowie bei der Anbauplanung für die nächste Saison.

Voller Ernteanteil für ein Jahr kostet 60 Euro

„Auch wird die Finanzplanung völlig transparent gehalten, so dass alle Beteiligten genau wissen, wofür die Beiträge verwendet werden“, betont Lamers. Ein voller Ernteanteil für ein Jahr koste 60 Euro, auch halbe Anteile könnten erworben werden. „In den vergangenen zehn Jahren sei der Garten stets defizitär gewesen, so Lamers. Das solle sich nun durch eine verlässliche finanzielle Grundlage ändern.“

Der große Vorteil für die Anbauer liegt in der ganzjährigen wirtschaftlichen Planungssicherheit durch Einnahmen, die zeitlich und der Höhe nach konstant sind. Dies nimmt den wirtschaftlichen Druck aus der Landwirtschaft und erlaubt einen hochwertigen, transparenten Anbau.

„Auch entfallen bei dieser Art der Direktvermarktung die für den klassischen Lebensmittelhandel notwendigen Handelsspannen, die umweltschädlichen Transporte sowie der gesamte Verpackungsmüll“, erläutert Lamers sowohl finanzielle als auch ökologische Vorteile.

Gemüse ein bis zwei Mal in der Woche abholbar

Das erzeugte Gemüse kann je nach Jahreszeit ein bis zwei Mal pro Woche erntefrisch an einer der beiden Abholstationen – auf dem Pals-Gelände in Steyerberg oder in der „Blumenwerkstatt“ von Anke Steinborn, Marion Meyer und Oliver Schmidt, Waldstraße 4, in Leese – abgeholt werden.

Für das kommende Jahr werden insgesamt 70 Ernteanteile angeboten. Interessierte können sich gerne bei einer von zwei geplanten Informationsveranstaltungen über das Konzept der neuen Solawi sowie die Umsetzung vor Ort informieren.

Die erste Veranstaltung findet am Sonnabend, 14. Dezember, um 15 Uhr im Lebensgarten Steyerberg statt. Die zweite Veranstaltung ist für Sonnabend, 18. Januar, um 15 Uhr in der Freien Schule Mittelweser in Steyerberg geplant.

Die Gründungsversammlung, die auch gleichzeitig die Bieterrunde darstellt, findet am Sonnabend, 29. Februar, um 15 Uhr wiederum im Lebensgarten statt. Nähere Informationen zu den Veranstaltungen gibt es unter www.einsundalle.de sowie unter Telefon (05764)942396.

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Erstellt:
4. Dezember 2019, 12:05 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 30sec

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