Helge Nußbaum DH

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Landkreis 24.02.2018 Von Helge Nußbaum

Kunstrasen oder Natur?

Guten Tag

Immer wieder tauchte in den vergangenen Wochen die Frage auf: Sind Vereine mit Kunstrasenplätzen im Vorteil? In der Fußball-Bezirksliga 1 mit unseren vier Nienburger Vereinen [DATENBANK=37]ASC Nienburg[/DATENBANK], [DATENBANK=480]RW Estorf-Leeseringen[/DATENBANK], [DATENBANK=5957]SC Uchte[/DATENBANK] und [DATENBANK=289]SG Hoya[/DATENBANK] verfügen die Ligagefährten TuS Sudweyhe und der Tabellenführer TV Stuhr über die grünen Plastikhalme. Hoya tritt deshalb heute auch definitiv um 15 Uhr beim TV an – also Vorteil für Stuhr, denn sie können jederzeit trainieren und kommen in der Liga auch auf die meisten absolvierten Pflichtspiele zu diesem Saisonzeitpunkt.

In unserem Kreisgebiet ist Landesligist [DATENBANK=4997]SV BE Steimbke[/DATENBANK] der Vorreiter auf diesem Gebiet. Bei dem Aufkommen von 16 Mannschaften von der Jugend bis zur Altliga des SV BE ist dieser Platz mittlerweile unabdingbar, um den Trainings- und Spielbetrieb durchführen zu können. Es wird auf Sicht wohl aber vorerst der einzige Kunstrasenplatz im Kreis Nienburg bleiben. In unserer niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover wird hingegen schon seit vergangenem Sommer auf höchster politischer Ebene darüber debattiert, 13 neue Kunstrasenplätze zu bauen beziehungsweise zu fördern. In jedem von Hannovers 13 Stadtbezirken soll ein Kunstrasenplatz entstehen – so wünscht es die Mehrheit im Rat. Nach einer ersten Bedarfsabfrage der Sportverwaltung haben nach Angaben von Sportdezernentin Konstanze Beckedorf bereits 33 Sportvereine Interesse bekundet.

„Es muss eine gerechte Verteilung geben“, forderte die Präsidentin des Stadtsportbunds, Rita Girschikofsky, bei einer Expertenanhörung im Sportausschuss. Nicht wer am lautesten nach einem Kunstrasenplatz schreie oder die Ratspolitik am geschicktesten einspanne, dürfe zum Zuge kommen. „Die Vereine müssen die Folgekosten für die Pflege der Anlagen tragen“, sagte Girschikofsky. Auch an den Baukosten sollten sich die Vereine beteiligen.

Nun wurde allerdings eine andere Debatte im Landtag angestoßen, denn Kunstrasenplätze mit Granulat als Füllmasse belasten die Umwelt – das hat das niedersächsische Umweltministerium jetzt auf Nachfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Martin Bäumer mitgeteilt. Das Granulat besteht zumeist aus alten Autoreifen. Die Kunststoffteilchen werden ausgeschwemmt und gelangen ins Grundwasser. In Hannover könnte das millionenschwere Ausbauprogramm also einen Dämpfer bekommen – Entscheidung vorerst vertagt.

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Erstellt:
24. Februar 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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