Marion Kohlmeyer ist für die Kursachbearbeitung zuständig. Foto: Reckleben-Meyer

Marion Kohlmeyer ist für die Kursachbearbeitung zuständig. Foto: Reckleben-Meyer

Landkreis 14.04.2021 Von Heidi Reckleben-Meyer

Kuren für Mütter und Väter mit ihrem Nachwuchs in besonderen Zeiten

Gute Zeit, um den Kopf freizukriegen / Beratung in Stolzenau und Nienburg

Gibt es in der Corona-Krise überhaupt Mutter- beziehungsweise Vater-Kind-Kuren? Sind die Kurhäuser geöffnet? Finden derzeit Beratungen dazu im Diakonischen Werk der Kirchenkreise Stolzenau-Loccum und Nienburg statt?

Wer Kinder erzieht, den Haushalt managt und womöglich darüber hinaus noch erwerbstätig ist, erreicht nicht selten einen Erschöpfungszustand, der bis zum Burnout gehen kann. Bei jungen Müttern (oder auch Vätern) stellen sich dann in vielen Fällen auch noch Rückenprobleme, Allergien oder Migräne ein, die alle ein Zeichen für eine Überbelastung sein können. Eine Kurmaßnahme kann nachhaltig helfen.

Wer eine Kur gemeinsam mit seinem Kind antreten möchte, weiß oftmals nicht, wie solche eine Beantragung abläuft. Und jetzt kommen weitere Unsicherheiten mit Blick auf die Corona-Pandemie hinzu. DIE HARKE sprach mit Marion Kohlmeyer, die in der Diakonie-Geschäftsstelle in Stolzenau als Kursachbearbeiterin tätig ist. In Nienburg zeichnet Nanett Krüger für den Kurenbereich verantwortlich. Die Diakonie-Geschäftsstelle in der Kreisstadt ist zwar derzeit geschlossen, aber telefonisch (AB), per E-Mail oder auch per WhatsApp ist die Kurensachbearbeiterin erreichbar. Im Vordergrund der Beratung stehe für Nanett Krüger immer die Frage: Brauchen Sie eine Pause?

Nanett Krüger berät in Nienburg. Foto: Diakonie

Nanett Krüger berät in Nienburg. Foto: Diakonie

Sie und ihre Stolzenauer Kollegin Marion Kohlmeyer sehen selbst in dieser Pandemie-Zeit durchaus gute Möglichkeiten für eine Vater- oder Mutter-Kind-Kur.

Wer flexibel und nicht nur auf Ferienzeiten fokussiert sei, habe gute Chancen, einen Kurplatz zu bekommen. „Vielleicht ist es gerade jetzt eine gute Zeit“, zeigt sich Marion Kohlmeyer überzeugt, „denn zum einen haben in der Krise die Schulen mit dem Homeschooling Erfahrungen gesammelt, und zum anderen ist es so, falls Schulen wieder in den Distanzunterricht gehen, ist es egal, ob man im Homeschooling zu Hause oder in der Kur ist.“

In den Häusern finde derzeit alles statt, was sich mit guten Hygienekonzepten irgendwie umsetzen lasse, sind Nanett Krüger und Marion Kohlmeyer überzeugt. Dennoch sei bei den Hilfesuchenden oftmals Verunsicherung festzustellen. „Selbst Frauen, die bereits Kurerfahrung haben, sind durch die gesamte Situation unsicherer“, stellt Marion Kohlmeyer in derzeitigen Beratungen fest. Eines kristallisiere sich jedoch immer wieder bei den Gesprächen heraus, die nach einer solchen Kur stattfinden: In der Rückschau werde den Müttern oder Vätern deutlich, dass man mit der Kur meistens zu lange gezögert habe.

Es habe sich eine Art Rückstau bei den Kuren gebildet, denn die meisten Häuser arbeiteten coronabedingt mit einer Belegung zwischen 50 und 80 Prozent im Vergleich zum regulären Betrieb. Insgesamt, so stellt Marion Kohlmeyer fest, sei in der Corona-Krise aber auch die Zahl der Kurenberatungen zurückgegangen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei schon in normalen Zeiten oftmals schwierig genug. Jetzt komme die ganze Krisenstimmung, Homeschooling, Geldsorgen und vieles mehr oftmals noch hinzu. „Und irgendwann geht man auf dem Zahnfleisch“, weiß die Kursachbearbeiterin aus vielen Beratungsgesprächen.

Deshalb rät sie Müttern (oder Vätern), die eine Auszeit mit dem Kind oder den Kindern brauchen, sich beraten zu lassen, um ein tatsächlich passendes Angebot zu finden, das Details und Wünsche auch berücksichtigt. „Nicht zur Arbeit zu müssen, sich einfach mal an einen gedeckten Tisch setzen zu können, mal nicht nach Dienstschluss noch einkaufen oder Wäsche waschen zu müssen“, zählt Marion Kohlmeyer auf, wie sich schon die Struktur einer solchen drei Wochen dauernden Kur vom Alltag klar unterscheidet.

Wer jetzt eine Kur mit seinem Kind bekommt, sollte sich darauf einstellen, dass es „eine andere Kur sein wird“, dass es an den Kurorten eben nicht den sonst herrschenden Trubel geben wird, weil kaum etwas geöffnet hat. „Es ist aber eine gute Chance, gerade in dieser Zeit, den Kopf freizubekommen, zu sich selbst zu finden und zur Ruhe zu kommen“, sind beide Kursachbearbeiterinnen überzeugt.

Wer im Kirchenkreis Nienburg eine Beratung wünscht, erreicht Nanett Krüger unter Telefon (0 50 21) 97 96 11 (auch per WhatsApp) oder per E-Mail an Nanett.Krueger@evlka.de.

Wer mit der Kursachbearbeiterin in Stolzenau, Marion Kohlmeyer, einen Termin vereinbaren möchte, erreicht sie dienstags und donnerstags zwischen 9 und 12 Uhr; Termine können aber auch für andere Tage (und Uhrzeiten) unter Telefon (0 57 61) 37 32 oder unter der Adresse Marion.Kohlmeyer@evlka.de per E-Mail vereinbart werden.

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Erstellt:
14. April 2021, 20:33 Uhr
Lesedauer:
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