Kurz mal „elektrisch“ in die Stadt düsen

Kurz mal „elektrisch“ in die Stadt düsen

Edda Hagebölling DH

„Seit ich nicht mehr Auto fahre, sind meine Füße mein größtes Kapital.“ Die beiden Damen hinter uns waren schon viel in der Welt herumgekommen. Dieses Mal hatten sie Kreta gebucht. Im Hop-on-hop-off-Bus verschafften sie sich einen ersten Überblick über ihren aktuellen Urlaubsort.

Wir sollten uns in dieser Zeit noch zweimal in einem Bus voller reiselustiger überwiegend älterer Herrschaften – der Älteste war 88 – wiederfinden. „80 ist das neue 60.“ Klingt vermutlich etwas übertrieben. Wer aber in einer Zeit groß geworden ist, in der die Großeltern immer irgendwie dunkel gekleidet waren und in ihrem Leben höchstens bis Köln oder Hannover gereist waren, weil dort die beiden anderen Töchter lebten, ist nach wie vor beeindruckt von den vielen „rüstigen Rentnern“ von heute.

Auch die Seniorenmesse, zu der Stadt und Landkreis am kommenden Sonnabend zum 4. Mal nach Nienburg einladen, soll aufzeigen, dass Älterwerden nicht nur eine Last, sondern auch eine Chance sein kann. Auf die Besucherinnen und Besucher warten jede Menge Vorträge, Mitmachaktionen und Infostände. Im Gebot ist aber auch „Gerd“, ein Alterssimulator, der 40-Jährigen vermittelt, wie es ist, 70 zu sein.

Parallel sind im Verlauf der Seniorenmesse alle Nienburgerinnen und Nienburger ab 60 Jahren aufgerufen, den 2. Nienburger Seniorenbeirat zu wählen. Eine Übersicht über die Kandidatinnen und Kandidaten finden Sie in der heutigen Ausgabe der HARKE am Sonntag.

Nicht nur, aber auch, für die Älteren von Interesse sein 67611. Mit Unterstützung der Kommune und anderer starker Partner – sogenannter Ankermieter – hat die Firma Lühmann aus Hoya vor gut einem Jahr ein Car-Sharing- Angebot eingeführt. Die mittlerweile neun Fahrzeuge der Flotte stehen an strategisch wichtigen Orten in Hoya und Eystrup. Und seit ein, zwei Wochen auch im Parkhaus am Nienburger Bahnhof. Die Idee dahinter: Wer kein eigenes Transportmittel – mehr – besitzt, trotzdem aber hin und wieder unterwegs sein möchte, ohne auf Bus oder Bahn angewiesen zu sein, kann auf das Car- Sharing-Fahrzeug zurückgreifen.

Wer dagegen lieber unmotorisiert auf Achse ist, findet schon seit Wochen ideale Bedingungen vor. Radfahrer, wohin man blickt. Mit und ohne Helm und immer häufiger mit Strom. Eine geniale Erfindung, diese E-Bikes. Und ein Riesenmarkt.

Und haben nicht auch Sie längst festgestellt, dass es nichts Erholsameres gibt, als eben noch mal „elektrisch“ in die Stadt zu Düsen, um mit Blick auf die Weser einen kleinen Spargeltoast zu verspeisen? Natürlich nicht, ohne sich anschließend noch eine Kugel Eis „auf die Faust“ zu gönnen ;-)