Album mit Glanzbildern, Papier und Stoff, 1862-1885.  Foto: Museum Nienburg

Album mit Glanzbildern, Papier und Stoff, 1862-1885. Foto: Museum Nienburg

Nienburg 27.02.2021 Von Die Harke

Lackbilder und Oblaten

Ein Album voller Sammelbilder ist Objekt des Monats März im Museum

Glanzbilder, Liebesmarken, Reliefs, Oblaten, Albumbilder, Philippchen, Vielliebchen, Lackbilder oder Rosenbilder – es gibt wohl einige regional unterschiedliche Bezeichnungen für die Sammelbildchen. Die bunten, schon fast kitschig gestalteten Motive zeigen Blumen, Tiere, Kinderspiele, Trachten, Engel, Märchen oder Weihnachts- und Ostermotive.

Glanzbilder wurden gesammelt, getauscht oder als Verzierungen verwendet, zum Beispiel auf Schultüten, in Briefen, am Weihnachtsbaum, in Poesie-Alben oder auf Möbelstücken. Besonders beliebt und wertvoll waren Bilder mit Glimmer.

Die Geschichte der Glanzbilder begann Anfang des 19. Jahrhunderts. Zunächst wurden die Bilder noch händisch und in schwarz-weiß gefertigt. Als jedoch eine Methode zum mehrfarbigen Drucken, die Chromolithographie, erfunden wurde, ermöglichte diese die Produktion in großen Mengen. Im Anschluss folgte eine zusätzliche Prägung, die Motive wurden ausgestanzt und teilweise mit Glimmer verziert. Übrig blieben die Motive, die durch Stege miteinander verbunden in Bögen verkauft wurden. Aufgrund der kostengünstigen Fertigung erfuhren die Glanzbilder um 1870 regen Zuspruch. Neben Produktionsstätten in Deutschland wurden Glanzbilder in Frankreich und England sowie den USA hergestellt.

Dem Museum Nienburg wurde vor einiger Zeit ein schönes Sammelalbum mit Glanzbildern überlassen. Die ehemalige Besitzerin schrieb in das Album, dass sie es zum ihrem achten Geburtstag geschenkt bekam. Drei Seiten waren bereits mit Sammelbildern beklebt, alle anderen Seiten gestaltete sie selbst. Ihre Kinder tauften das Album „Das Engelbuch“.

Auch heute sind die Glanzbilder bei Sammlerinnen und Sammlern sowie im Bastelbedarf noch aktuell. Hergestellt werden sie in Deutschland jedoch nur noch in einem einzigen Unternehmen, der Ernst Freihoff Papierwarenvertriebsgesellschaft in Coesfeld.

Die Aktion „Museum durchs Fenster am Fresenhof“ ermöglicht ab dem 1. März 2021 eine Betrachtung des Sammelalbums trotz der aktuellen Schließung. Ebenso ist ein Video zur Vorstellung des Objekts des Monats digital auf den Instagram-, Facebook- und YouTube-Kanälen des Museums Nienburg zu finden.

www.museum-nienburg.de

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Erstellt:
27. Februar 2021, 05:55 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 55sec

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