Annemarie Strüber referierte beim weihnachtlichen Abend der Hoyaer Landfrauen. Foto: Homfeld

Annemarie Strüber referierte beim weihnachtlichen Abend der Hoyaer Landfrauen. Foto: Homfeld

Warpe 11.12.2019 Von Die Harke

Landfrauen an den Computer locken

Adventsfeier in Warpe mit Referentin Annemarie Strüber und Henning Meyer

„Weihnachtston, Weihnachtsbaum, Weihnachtsduft in jedem Raum“, stimmten über 200 Gäste zur Begleitung der Asendorfer Gitarristinnen Ulrike Schilling und Teresa Stelter bei der Weihnachtsveranstaltung des Landfrauenvereins Hoya im Gasthaus Okelmann in Warpe an.

Referentin war Annemarie Strüber aus Adelheidsdorf in der Nähe von Celle. Sie bot einen vorweihnachtlichen Streifzug mit Geschichten, Gedichten, Lebensweisheiten und Kuriosem rund ums Fest. Unter dem Titel „Best of Adventskalender“ öffnete die Referentin 24 Fenster aus ihrem über zehn Jahre erstellten virtuellen Adventskalender.

Strüber war als eine der ersten It-Expertin über viele Jahre im Niedersächsischen Landfrauenverband tätig. Die Gestaltung der ersten Homepage der Hoyaer Landfauen erfolgte genauso unter ihrer Federführung wie die ihres eigenen Vereins in Celle.

Allerdings kam ihr die Idee eines virtuellen Adventskalenders beim „ungeliebten“ Putzen der vielen Fenster ihres Hauses. Genau 24 Scheiben zählen nämlich die Butzen in dem stattlichen Wohnzimmerfenster.

Mitglieder der Asendorfer Gitarrengruppe: Ulrike Schilling und Teresa Stelter. Foto: Homfeld

Mitglieder der Asendorfer Gitarrengruppe: Ulrike Schilling und Teresa Stelter. Foto: Homfeld

Zehn Jahre lang versteckte Strüber Gedichte, Rätsel, Rezepte, Interessantes aus der Landfrauenarbeit und auch mal eine Bastelanleitung hinter den virtuellen Glasscheiben und erreichte damit eine große Anhängerschar im Netz.

Dabei ging es der überzeugten Landfrau nicht nur um den Adventskalender an sich, sondern um die Landfrauenbewegung: Frauen – und insbesondere Landfrauen- an den Computer und ins Internet zu locken. Sich mit dieser Anfang des Jahrtausends noch nicht so selbstverständlichen Materie vertraut zu machen, das wollte die IT-Expertin erreichen.

Henning Meyer von der Kirchengemeinde Hoyerhagen. Foto: Holmfeld

Henning Meyer von der Kirchengemeinde Hoyerhagen. Foto: Holmfeld

Stolz und mit einem verschmitzten Lächeln berichtete Strüber von der Rückmeldung der Vorsitzenden eines Landfrauenvereins: „Meine Freundin kann nichts am Computer, außer Landfrauenadventskalender.“

Stolz präsentiert die mittlerweile 70-Jährige ihren ersten Adventskalender aus dem Jahre 1955 – damals noch ohne Schokolade – distanzierte sich aber von dem aktuell im Angebot der Kaufhäuser „ausartenden“ Vielzahl dieses Mediums zur Verkürzung der Wartezeit aufs Christkind.

Lippenstifte, Sexartikel, Toilettenpapier oder auch Leckerlis für das Haustier sind hinter den Türen zu finden. Mit einem Schoko-Adventskalender locke man heute seine Sprösslinge nicht mehr, so das Resümee Strübers.

Die Frauen beim Gasthaus Okelmann in Warpe. Foto: Homfeld

Die Frauen beim Gasthaus Okelmann in Warpe. Foto: Homfeld

Im Vorfeld zu dem adventlichen Streifzug begrüßte die Vorsitzende Imke Wicke vom Kirchenvorstand der Gemeinde Hoyerhagen Henning Meyer.

Der Kirchenvorsteher und Lektor berichtete aus den Aktivitäten dieser nur 670 Mitglieder zählenden Gemeinde am Mittelpunkt Niedersachsens. Seit 1999 ist die Hoyerhäger Kirchengemeinde Teil des verbundenen Pfarramtes Hoya.

Innovativ gehe der Kirchenvorstand auf Besucherakquise, denn regelmäßige Gottesdienste fänden nur noch zweimal im Monat statt. So erfreuten sich die im vierzehntägigen Wechsel stattfindenen Kultur- und Taizé-Gottesdienste großer Beliebtheit.

Stolz berichtet Meyer von der Kinderkirche, in der sich „ fünf Muttis“ in der Regel um 15 bis 30 Kindern kümmern würden. Allein am diesjährigen Krippenspiel würden 22 Kinder teilnehmen, sodass aufgrund der Enge im Altarraum der Hoyerhäger Kirche der Weihnachtsbaum in diesem Jahr wohl etwas kleiner ausfallen werde, stellte Meyer schmunzelnd fest.

Nach vorne schauen und nicht zurück, das betonte der Kirchenvorsteher, auch wenn es in Hinblick auf die Finanzierung der Instandsetzung des Friedhofs noch etliche Hürden gebe.

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Erstellt:
11. Dezember 2019, 15:45 Uhr
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