Die Reaktivierung der Bahnstrecke Nienburg – Sulingen ist weiter möglich. Symbolfoto: Pixabay

Die Reaktivierung der Bahnstrecke Nienburg – Sulingen ist weiter möglich. Symbolfoto: Pixabay

Landkreis 24.04.2020 Von Die Harke

Landkreis Diepholz freut sich über Erfolg

Reaktivierung der Bahnstrecke Nienburg – Sulingen weiter möglich

Das Eisenbahn-Bundesamt hat einen Freistellungsantrag der Deutschen Bahn zur Entwidmung eines gut 13 Kilometer langen Gleisabschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Nienburg – Sulingen auf dem Gebiet der Samtgemeinde Marklohe abgelehnt. Somit besteht die Option einer Reaktivierung der Strecke auch weiterhin.

„Für den Landkreis Diepholz ist das ein großartiger Erfolg“, erklärt Landrat Cord Bockhop. „Bereits seit längerem möchten wir die Schienenstrecke Sulingen – Nienburg nachhaltig für eine eventuelle Reaktivierung des Schienenverkehrs sichern. Der Landkreis hat dieses Planungsziel auch in seinem Regionalen Raumordnungsprogramm festgelegt. Darum begrüßen wir die Entscheidung des Eisenbahn-Bundesamts, das in diesem Fall der Antrag einer Freistellung von Bahnbetriebszwecken nicht bewilligt wird.“

Deutsche Bahn hatte Entwidmung des Teilstückes beantragt

Die Deutsche Bahn AG hatte im April 2019 die Entwidmung für das Teilstück der stillgelegten Bahnstrecke beantragt. Der Freistellungsantrag wurde mit einem fehlenden Verkehrsbedürfnis begründet. Darüber hinaus sei langfristig eine Nutzung der Infrastruktur nicht zu erwarten. Ein Jahr später ist das Eisenbahn-Bundesamt nun zu der Entscheidung gelangt, den Antrag abzulehnen. Aus den Beschlüssen des Landkreises Diepholz, der Eisenbahnverkehrsunternehmen, den Stellungnahmen der Verkehrsverbände, der Vereine und Industriefirmen entlang der Strecken des Sulinger Kreuzes hätten sich berechtigte Zweifel an einer Freistellung von Bahnbetriebszwecken ergeben.


Bereits seit längerem möchten wir die Schienenstrecke Sulingen – Nienburg nachhaltig für eine eventuelle Reaktivierung des Schienenverkehrs sichern. Der Landkreis hat dieses Planungsziel auch in seinem Regionalen Raumordnungsprogramm festgelegt.

Cord Bockhop, Landrat Diepholz

Auch der Kreistag des Landkreises Diepholz hatte sich mit dem Thema beschäftigt. Dieser ist im Juli 2019 einer Zweckvereinbarung zwischen den Landkreisen Diepholz, Heidekreis, Nienburg und Verden beigetreten, mit der der Güterumschlag auf der Schiene durch regional tätige Eisenbahnunternehmen gestärkt werden soll.

Potenzial erkennbar

„Es wurde festgelegt, dass die regional tätigen Eisenbahnunternehmen in einer Untersuchung die aktuelle Marktlage evaluieren und eine Konzeption für Handlungsoptionen auf ihrer Anbieterseite erarbeiten sollen, auch unter Berücksichtigung der Strecken des Sulinger Bahnkreuzes und damit der Strecke Sulingen – Nienburg. Der Kreistag kam zu dem Schluss, dass jegliche Freistellungsabsichten in diesem Falle eindeutig kontraproduktiv wirken würden“, teilt der Landkreis Diepholz auf seiner Homepage mit.

„Auch wenn die Strecke derzeit nicht befahren wird, erkennen wir hier durchaus Potenzial. Die Wiederherstellung einer entsprechenden Infrastruktur im Güterbahnverkehr könnte in Zukunft ein bedeutender Standortfaktor in Hinblick auf die logistischen Angebote und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Region sein“, sagt Bockhop weiter.

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Erstellt:
24. April 2020, 16:55 Uhr
Lesedauer:
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