Die angehende Notfallsanitäterin Nadine Fomferra erhält ihre Corona-Impfung im Drakenburger Impfzentrum. In nächster Zeit wird sie auch mit der Bundeswehr im Einsatz sein. Die Soldaten sollen für Schnelltests Abstriche vornehmen. Foto: ASB/Eickhoff

Die angehende Notfallsanitäterin Nadine Fomferra erhält ihre Corona-Impfung im Drakenburger Impfzentrum. In nächster Zeit wird sie auch mit der Bundeswehr im Einsatz sein. Die Soldaten sollen für Schnelltests Abstriche vornehmen. Foto: ASB/Eickhoff

Nienburg 22.01.2021 Von Holger Lachnit

Landkreis bereitet sich auf 200er-Inzidenz vor und fordert Bundeswehr zur Unterstützung an

Soldaten sollen bei Abstrichen im Krankenhaus und in Pflegeheimen helfen

Update (20.10 Uhr):

Der offizielle Inzidenzwert im Landkreis Nienburg könnte nach Mitteilung der Kreisverwaltung am Wochenende die kritische Marke von 200 Infektionen je 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Zur Unterstützung der Pflegeheime und des Krankenhauses sei die Unterstützung der Bundeswehr sowie der Hilfsorganisationen angefordert worden.

Dabei ist zu beachten, dass der rechtlich-verbindliche Inzidenzwert vom Landesgesundheitsamt veröffentlicht wird. Dieser bildet in der Regel das tatsächliche Infektionsgeschehen im Landkreis Nienburg mit etwa 24-stündiger Verspätung ab. So kommt es jetzt zu der kuriosen Situation, dass am Freitag der offizielle Wert vom Land bei 189,5 lag, die Nienburger Kreisverwaltung aber einen Wert von 211,7 auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat.

Über verschärfende Regelungen für das Kreisgebiet entscheide die Verwaltung bis zum Beginn der kommenden Woche. Diese würden voraussichtlich am Montag bekanntgegeben, teilte Landkreis-Pressesprecher Cord Steinbrecher mit.

Nach der niedersächsischen Corona-Verordnung können die örtlich zuständigen Behörden mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 200 oder mehr Neuinfektionen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner weitergehende Anordnungen treffen. Mögliche Maßnahmen seien bereits in dieser Woche in den Sitzungen des Krisenstabes diskutiert und bewertet worden.

„Der Verwaltungsvorstand des Landkreises Nienburg wird die Entwicklung am Wochenende sehr genau beobachten und dann über weitergehende Anordnungen entscheiden. Ohnehin bleibt abzuwarten, welche möglicherweise neuen Regelungen die erwartete Corona-Verordnung des Landes vorsieht“, heißt es weiter vom Landkreis.

Wir sind in einer sehr ernsten Situation und es macht mich betroffen, dass gerade unsere ältesten Mitmenschen in den Pflegeheimen so stark betroffen sind.

Detlev Kohlmeier, Landrat

Landrat Kohlmeier: „Wir sind in einer sehr ernsten Situation, und es macht mich betroffen, dass gerade unsere ältesten Mitmenschen in den Pflegeheimen so stark betroffen sind. Sie bestmöglich zu schützen und weitere Ausbrüche zu verhindern, ist weiterhin unser oberstes Ziel. Zusätzliche, dafür geeignete Maßnahmen prüfen wir. Sie werden zwangsläufig mit weitergehenden Einschränkungen verbunden sein und wir werden dabei die Verhältnismäßigkeit sehr genau im Blick behalten müssen.“

Zur Unterstützung der Pflegeheime und des Nienburger Krankenhauses habe der Landkreis am Freitag die Unterstützung die Bundeswehr offiziell angefordert. Diese Kräfte sollen in den betroffenen Einrichtungen dabei unterstützen, Personal und Bewohner oder Patienten mit Schnelltests abzustreichen.

Unterdessen wurde am Freitag bekannt, dass es im Alten- und Pflegeheim „Kastanienhof“ in Eitzendorf einen massiven Coronaausbruch gegeben hat: 26 Bewohner und elf Mitarbeiter seien positiv getestet worden, bestätigte Einrichtungsleiter Johann Rippe der Kreiszeitung. Das Heim habe 74 Plätze, es gebe 49 Mitarbeiter.

Noch am Freitag, 8. Januar, seien alle Mitarbeiter negativ getestet worden. Am Montag darauf hätten zwei Mitarbeiter leichte Symptome gezeigt. Die darauf erfolgten Schnelltests bei Bewohnern und Pflegern seien jedoch alle negativ gewesen.

Am 13. Januar gab es im „Kastanienhof“ die ersten Impfungen. Und genau an diesem Tag habe es laut Rippe den ersten positiven Schnelltest gegeben.

Die Infizierten werden nach Angaben der Einrichtungsleitung isoliert von den anderen Bewohnern betreut. Dabei würden die Mitarbeiter unter Vollschutz arbeiten: Sie trügen FFP2-Maske, Brille, Handschuhe und Schutzkittel. Der Landkreis hat den „Kastanienhof“ bis Ende Januar unter Quarantäne gestellt. Besuche sind verboten.


Erste Version von 15.52 Uhr:


Der Inzidenzwert im Landkreis Nienburg könnte am Wochenende die kritische Marke von 200 Infektionen je 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Über verschärfende Regelungen für das Kreisgebiet entscheidet die Verwaltung bis zum Beginn der kommenden Woche.

Zur Unterstützung der Pflegeheime und des Krankenhauses wurde Unterstützung der Bundeswehr sowie der Hilfsorganisationen angefordert.

Nach der niedersächsischen Corona-Verordnung können die örtlich zuständigen Behörden mit einer 7-Tages-Inzidenz von 200 oder mehr Neuinfektionen je 100.000 Einwohner weitergehende Anordnungen treffen. Mögliche Maßnahmen wurden in dieser Woche in den Sitzungen des Krisenstabes diskutiert und bewertet.

Der Verwaltungsvorstand des Landkreises Nienburg wird die Entwicklung am Wochenende sehr genau beobachten und dann über weitergehende Anordnungen entscheiden. Ohnehin bleibt abzuwarten, welche möglicherweise neuen Regelungen die erwartete Corona-Verordnung des Landes vorsieht.

Landrat Detlev Kohlmeier: „Wir sind in einer sehr ernsten Situation und es macht mich betroffen, dass gerade unsere ältesten Mitmenschen in den Pflegeheimen so stark betroffen sind. Sie bestmöglich zu schützen und weitere Ausbrüche zu verhindern, ist weiterhin unser oberstes Ziel. Zusätzliche, dafür geeignete Maßnahmen prüfen wir. Sie werden zwangsläufig mit weitergehenden Einschränkungen verbunden sein und wir werden dabei die Verhältnismäßigkeit sehr genau im Blick behalten müssen.“

Zur Unterstützung der Pflegeheime und des Nienburger Krankenhauses hat der Landkreis am Freitag die Unterstützung die Bundeswehr offiziell angefordert. Diese Kräfte sollen in den betroffenen Einrichtungen dabei unterstützen, Personal und Bewohner/Patienten abzustreichen.

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Erstellt:
22. Januar 2021, 15:58 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 17sec

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