Landrat Detlev Kohlmeier erklärt Maßnahmen des Landkreises zur Corona-Epidemie. Foto: Stüben

Landrat Detlev Kohlmeier erklärt Maßnahmen des Landkreises zur Corona-Epidemie. Foto: Stüben

Landkreis 12.03.2020 Von Sebastian Schwake

Landkreis empfiehlt 1.350 Schülern Quarantäne

38 Männer, Frauen und Jugendliche in angeordneter Quarantäne – Landrat: Es kommt zu Einschränkungen im Alltag

Der Landkreis Nienburg empfiehlt den 1350 Schülern der drei geschlossenen Schulen Marion-Dönhoff-Gymnasium in Nienburg, Grundschule am Bach in Erichshagen und Grundschule Husum eine häusliche Quarantäne für 14 Tage.

Anordnen kann der Landkreis eine solche erst dann, wenn ein Kind nachweislich infiziert ist. Das Gesundheitsamt empfiehlt den betroffenen Mädchen und Jungen, aus Sicherheitsgründen auf Freizeitaktivitäten in der Gruppe zu verzichten. Zudem sollten auch innerhalb des familiären Haushalts Quarantänemaßnahmen ergriffen werden – wie getrennt benutzte Badezimmer und Handtücher.

Derzeit sind nach Angaben der Kreisverwaltung 38 Männer, Frauen und Kinder in angeordneter häuslicher Quarantäne, zwei davon sind nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

In Quarantäne sind die Familien der beiden Elternteile, die sich beim Skiurlaub in Österreich an der Grenze zu Südtirol mit dem Virus infiziert haben und am Sonntag heimgekehrt waren, die 26 Schüler und Lehrer des Johann-Beckmann-Gymnasiums sowie vier weitere Personen, von denen eine nach Angaben der Kreisverwaltung zusammen mit den beiden Infizierten im Urlaub war, aber bisher keine Symptome zeige, die auf eine Infizierung mit dem Virus schließen ließen.

Die beiden Infizierten waren mit einer Gruppe im Skiurlaub. Bei einem weiteren Teilnehmer davon, der aus dem Landkreis Rostock stammt, ist das Virus bereits früher nachgewiesen worden. Der Landkreis der Hansestadt hatte darüber den Kreis Nienburg informiert.

In den Helios-Kliniken Mittelweser in Nienburg und Stolzenau sind derzeit keine Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, sagte Geschäftsführer Thomas Clausing. Das Krankenhaus sei aber auf die Aufnahme infizierter Menschen vorbereitet und habe bauliche Veränderungen vorgenommen.

Das wurde am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz von Landkreis und Helios-Kliniken im Kreishaus deutlich. Die unter Quarantäne stehenden Kreis-Nienburger stehen in täglichem Kontakt mit dem Gesundheitsamt.

Das Amt ermittelt auch die Kontaktpersonen der beiden Infizierten. Dazu gehören nach Angaben von Amtsärztin Heike Stiegler keine älteren Menschen, die bei Erkrankung mit dem Virus als Risikopatienten gelten.

Der Landkreis Nienburg will mit aller Konsequenz die Infektionskette unterbrechen. „Wir werden es sicher nicht schaffen, eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern, wir wollen diese weitere Verbreitung aber abbremsen“, sagte Landrat Detlev Kohlmeier.

Er machte deutlich, dass es deswegen zu Eingriffen in den Lebensalltag und die -qualität der Bürger kommen werde. Er appellierte aber gleichzeitig an die Vernunft aller.

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Erstellt:
12. März 2020, 19:56 Uhr
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