Landkreis verteilte Traubenzucker für Bildungshungrige auf dem Markt

Landkreis verteilte Traubenzucker für Bildungshungrige auf dem Markt

Carmen Prummer (Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe) und Petra Bauer (Gleichstellungsbeauftragte beim Landkreis) möchten besonders Neuzugezogene dazu ermuntern, von den vielen Bildungsangeboten im Landkreis Gebrauch zu machen. Foto: Landkreis Nienburg

Auf dem Nienburger Wochenmarkt hat es Traubenzucker für Bildungshungrige gegeben. Mit den kleinen Energietäfelchen wollen die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Petra Bauer, sowie ihre Kollegin Carmen Prummer, Leiterin der dortigen Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe, auf die zahlreichen Bildungsmöglichkeiten im Landkreis Nienburg aufmerksam machen. Ihre Informationen richten sich an Menschen jeden Alters, insbesondere auch an Neuzugezogene.

„Unsere Traubenzucker stehen symbolisch für die Energie, die man benötigt, um zu Lernen“, erläutert Petra Bauer den Zusammenhang zwischen den kleinen Mitgebsel und ihrem Anliegen, damit auf die zahlreichen Bildungsangebote und mehrsprachigen Informationen hinzuweisen, die hinter den aufgedruckten Kontaktadressen auf den Traubenzuckerstücken stehen. „Bei uns in Deutschland hat ein Schulabschluss, eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium einen hohen Wert“, erläutert Bauer weiter.

Laut Studien wächst fast jeder beziehungsweise jede fünfte unter 18-Jährige in einer fremdsprachigen Familie auf. Darum sind zum Beispiel frühe Förderangebote und Unterstützung in der Schule besonders hilfreich. „Familien sollten darüber unbedingt Bescheid wissen“, sagt Carmen Prummer. „Wir haben viel zu bieten, um den Herausforderungen einer gleichberechtigten Bildungsbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund zu begegnen.“ Die Angebote reichen von Sprachförderung in Kindertagesstätten und Beratungsangeboten für junge Menschen vor der Ausbildungsphase über Sprachkursangebote der diversen Bildungsträger bis hin zu den Beratungsangeboten der Migrationsberatungsstellen im Landkreis. Für jeden und jede ist etwas dabei. Es gibt vielfältige Angebote für eine Integration im Sozial- und Bildungsbereich.

„Bildung tut gut“ heißt es auf den großen, himbeerroten Papiertragetaschen, die ab sofort in diversen Einrichtungen wie Mütterzentren, Mehrgenerationenhaus, Beratungseinrichtungen und bei weiteren Kooperationspartnerinnen mit den darin befindlichen Traubenzuckern plus Infomaterialien zur Verfügung stehen. Sie weisen in elf Sprachen darauf hin: Bildung tut gut! „Uns kommt es darauf an, mit den unterschiedlichen Zielgruppen ins Gespräch zu kommen und immer wieder darauf einzuwirken, dass Bildung für alle Altersgruppen „gut tut“ und immens wichtig ist“, betont Carmen Prummer. An den ausgewählten Orten kämen die Menschen zusammen, wichtige Informationen würden dort ausgetauscht und weitergegeben.

Umfassende Teilhabe an Bildung lässt sich nach Ansicht von Petra Bauer und Carmen Prummer nicht allein durch Bildungseinrichtungen, sondern besonders durch das Zusammenwirken der relevanten Akteurinnen und Akteure und Maßnahmen umsetzen. Mit ihrer Aktion auf dem Nienburger Wochenmarkt haben die Gleichstellungsbeauftragte und die Leiterin der Koordinierungsstelle einmal mehr dazu ermuntert, von den Erfolgen der gelungenen Vernetzungsarbeit und dem so entstandenen Fundament einer guten Bildungsarbeit im Landkreis schlussendlich auch möglichst viel Gebrauch zu machen.