Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zur Diskussion in „blumiger Atmosphäre“. LWK Niedersachsen

Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zur Diskussion in „blumiger Atmosphäre“. LWK Niedersachsen

Landkreis 14.11.2017 Von Die Harke

Landwirte ackern für die Artenvielfalt

Projekt „Mediate“ kann im ersten Jahr blütenreiche Erfolge aufweisen

Interessierte Vertreter von Behörden, von Verbänden und aus der Verwaltung haben sich jetzt verschiedene Maßnahmen des Projekts „Mediate“ angeschaut. Bei dem Projekt geht es um den Erhalt der Artenvielfalt. Die Organisatoren des Agrarumweltprojekts sehen „Mediate“ nach einem Jahr Laufzeit als Erfolg an. Die Bezirksstelle Nienburg der Landwirtschaftskammer hatte die im Projekt regelmäßig beteiligte Vertreter von Behörden und Verbände aus Landwirtschaft und Naturschutz zu Exkursionen in die Kirchweyer Feldflur eingeladen, wie sie jetzt mitteilte. Aus Interesse an den innovativen Projektansätzen nahmen auch Vertreter der Kommunen Bassum, Stuhr, Twistringen, Weyhe und Syke teil, um sich über Aufwertungsmaßnahmen für ihre Region zu informieren.

Koordinator Marcus Polaschegg von der [DATENBANK=937]Landwirtschaftskammer[/DATENBANK] begrüßte zur jüngsten Wanderung rund 20 Teilnehmer in Kirchweyhe. „Neben den sichtbaren und noch sehr blütenreichen Erfolgen ging es an den Flächen besonders um Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen, die von Alexander Wietzke von der Uni Göttingen mit beeindruckenden Zahlen vorgestellt wurde“, teilt die Kammer mit.

In diesem Jahr ist die Zahl der Maßnahmenflächen laut Wietzke auf 80 angewachsen. Damit würden von den 27 Kooperationslandwirten in den beiden Landkreisen Nienburg und Diepholz auf fast 15 Kilometern Länge Maßnahmen zur Förderung der Bio-Diversität umgesetzt und wissenschaftlich untersucht.

Nicht so gut: Weder der im Projekt optimierte Blühstreifen noch wirksame Extensivierung in Ackerkulturen noch die geschaffenen Brachen zur Förderung von Insekten, Vögeln und Wildkräutern seien über das jetzige Fördersystem anerkennungsfähig.

Die Maßnahmenplanung und -finanzierung hat nach Kammerangaben seit Projektbeginn mehrfach darunter gelitten, dass das Förder- und Kontrollsystem selbst kleinere Anpassungen von Maßnahmen zur Erhöhung der Artenvielfalt und der Akzeptanz bei den Landwirten einfach nicht zulässt.

„Das Projekt hat es geschafft, Naturschutz, Landwirtschaft und Wissenschaft an einen Tisch zu holen. Es ist echt toll und, wie ich finde, einzigartig, dass wir als Landwirte in diesem Projekt ohne die üblichen Vorurteile gemeinsam mit dem Naturschutz und der Wissenschaft auf Augenhöhe an der Verbesserung wirksamer Maßnahmen mitwirken zu können“, sagt Landwirt Jan Wiertzema.

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Erstellt:
14. November 2017, 21:00 Uhr
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