Uchter Landwirte informierte auf dem örtlichen Wochenmarkt über den von ihnen präferierten „Niedersächsischen Weg“ – direkt neben einem Stand von BUND und Bündnisgrünen. Foto: Landvolk Mittelweser

Uchter Landwirte informierte auf dem örtlichen Wochenmarkt über den von ihnen präferierten „Niedersächsischen Weg“ – direkt neben einem Stand von BUND und Bündnisgrünen. Foto: Landvolk Mittelweser

Uchte 30.06.2020 Von Die Harke

Landwirte machen mobil gegen Nabu-Volksbegehren

Uchter Agronome machen mobil: „Schlechter Stil!“

„Ich bin stolz auf unsere Landwirtschaft und auf die Veränderungskraft so vieler Berufskollegen“, findet Friedrich Meyer-Hamme.

„Auf insgesamt zehn Hektar haben wir strukturreiche Blühflächen angelegt, viereinhalb weitere Hektar bewirtschaften wir zum Schutz des Kiebitzes“, berichtet der junge Landwirt. Damit setze seine Familie schon etwa zehn Prozent ihrer Betriebsfläche für die Artenvielfalt ein. „Wie viele andere Landwirte beteiligen wir uns damit an freiwilligen Agrar- und Umweltmaßnahmen – und stehen voll dahinter.“

Das vom Nabu initiierte Volksbegehren Artenvielfalt würde ihn, wenn es denn Gesetz würde, nach eigenen Angaben dazu zwingen, allein durch fünf Meter breite Gewässerrandstreifen zusätzlich mehr als zwei Hektar Ackerfläche aus der Bewirtschaftung zu nehmen.

Das gefällt weder ihm noch seinen Berufskollegen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. „Die Motivation zu freiwilligen Maßnahmen schwindet ungemein, wenn man in ein derartiges Diktat gerät“, sagt Meyer-Hamme. Deswegen hat er zusammen mit drei weiteren Landwirten auf dem Uchter Wochenmarkt über ihre Sicht der Situation informiert. Das teilt das Landvolk Mittelweser in einer Pressmitteilung mit.

Die Landwirte klärten über den „Niedersächsischen Weg“ auf. „Kern dieser bereits unterzeichneten Vereinbarung zwischen der Landesregierung, Natur- und Umweltverbänden – darunter auch der Nabu –, dem Landvolk sowie der Landwirtschaftskammer ist ebenfalls der Natur- und Artenschutz. Hier haben sich alle Beteiligten eingebracht und einen Konsens erarbeitet, den alle unterzeichnet haben“, heißt es vom Landvolk.

Dass der Nabu sein Volksbegehren dennoch weiter vorantreibe, ärgert Meyer-Hamme und seine Mitstreiter. „Es ist nicht nur schlechter Stil, sondern treibt aktiv einen Keil zwischen die Beteiligten. Viele wichtige Faktoren berühren diesen Themenkomplex, Arten- und Umweltschutz, Ernährungssicherheit, Lebens- und Futtermittelqualität, Flächenkonkurrenz und der Erhalt von Familienbetrieben. In diesem Umfeld sollte sich nicht eine einzige Organisation anmaßen, die Wahrheit für sich allein zu kennen und in Recht und Gesetz umsetzen wollen. Hier besteht die Stärke darin, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, einen Konsens zu vereinbaren und umzusetzen.“

Eigentlich sei es gesellschaftlich gewollt, kleinere landwirtschaftliche Strukturen zu erhalten. Komme das Volksbegehren durch und würde in ein Gesetz gegossen werden, habe das einen gegenteiligen Effekt und würde den Strukturwandel nur weiter beschleunigen, ist Meyer-Hamme überzeugt. Noch mehr kleine Höfe würden verschwinden. „Das Volksbegehren ist ein Turbo für diese Entwicklung.“

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Erstellt:
30. Juni 2020, 14:14 Uhr
Lesedauer:
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