Die Landwirte haben Zweifel am Gutachten. Das Landvolk Mittelweser lässt die „roten Gebiete“ überprüfen. Foto: Stüben

Die Landwirte haben Zweifel am Gutachten. Das Landvolk Mittelweser lässt die „roten Gebiete“ überprüfen. Foto: Stüben

Landkreis 04.02.2020 Von Die Harke

Landwirte trauen offiziellen Daten nicht

Nitrat im Grundwasser: Landvolk Mittelweser lässt „Rote Gebiete“ überprüfen

Im März 2019 haben 22 Kreislandvolkverbände aus Niedersachsen, auch das Landvolk Mittelweser, ein hydrogeologisches Consultingunternehmen aus Berlin mit einem Gutachten zur „fachlichen Evaluierung der Ausweisung von Grundwasserkörpern“ beauftragt.

Ausgangspunkt dafür ist die seit Jahren geführte Debatte um Nitrat im Grundwasser, zu der aus Sicht der Verbände nur mit Fakten argumentiert werden sollte, teilt das Landvolk mit.

Das Gutachten untersucht zum einen die Plausibilität der durch den NLWKN in Niedersachsen 2015 vorgenommenen Bewertung der Grundwasserkörper hinsichtlich des chemischen Zustandes Nitrat.

Zum anderen prüft das Unternehmen die bautechnische Qualität der Messstellen sowie der an ihnen erhobenen Messdaten. Die notwendige Datengrundlage dafür sei vom NLWKN einvernehmlich zur Verfügung gestellt worden.

Unter Verantwortung des Firmeninhabers und Geschäftsführers Dr. Stephan Hannappel würden folgende Fragestellungen untersucht: Ist das Wasserrahmenrichtlinien-Messnetz in Niedersachsen repräsentativ für seine gesetzlichen Aufgaben?

Ist eine Repräsentanz der Tiefenverteilung der Messstellen im oberen, großräumig zusammenhängenden Grundwasserleiter sowie der Landnutzung an der Erdoberfläche gegeben? Ist das von Deutschland gemeldete Netz mit dem anderer EU-Mitgliedsländer vergleichbar?

Wurde die chemische Bewertung der Grundwasserkörper auf Nitrat nachvollziehbar und plausibel mit Messwerten im Grundwasser durchgeführt? Dabei gehe es auch um die „Teilflächen“, die bei der Landesdüngeverordnung 2019 als „Belastungskulisse Grundwasser“ (oder „rote Gebiete“) Verwendung fanden.

Wie ist die bautechnische Qualität der Messstellen im Hinblick auf die in den technischen Regelwerken dokumentierten Anforderungen („Messstellen TÜV“)? Gehen die Probennahme- und Analysedaten mit den in DIN-Normen enthaltenen Regeln konform?

„Der Schutz des Grundwassers ist Bestandteil unseres Wirtschaftens. Bei der Debatte um Nitrat im Grundwasser erschienen uns seit Langem Daten im Zusammenhang mit dem Nitrat-Messnetz als sehr unplausibel. Aus diesem Grund haben wir Dr. Hannappel mit der Untersuchung grundlegendster Fragestellungen beauftragt, da aus unserer Sicht nur mit wissenschaftlich fundierten Informationen zu unserem Messstellennetz etwas für die Grundwasserqualität erreicht werden kann.“

Weiter: „Die Ergebnisse des Gutachtens werden wir voraussichtlich im April 2020 den beteiligten Behörden und der breiten Öffentlichkeit vorstellen können. Und dann erwarten wir uns von den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung eine zielorientierte Befassung mit den Ergebnissen“, so Tobias Göckeritz und Christoph Klomburg, Vorsitzende des Landvolks Niedersachsen, Kreisverband Mittelweser.

Update 12.02.2020: Das Bild im Artikel wurde gegen ein aktuelles Bild ausgetauscht. Das vorherige Bild entsprach nicht der aktuellen Technik.

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Erstellt:
4. Februar 2020, 16:10 Uhr
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