Vertreter von IGG und Landwirtschaftskammer. Stadtwerke Nienburg

Vertreter von IGG und Landwirtschaftskammer. Stadtwerke Nienburg

Nienburg 03.04.2017 Von Die Harke

Landwirtschaftskammer: Entgegen dem Trend günstige Nitratentwicklung

Laut Kammer gibt es im Bereich der IGG Dümmer/Hunte/Weser einen Erfolg im Grundwasserschutz

Vor zwei Jahren startete die Interessengemeinschaft Grundwasserschutz (IGG) Dümmer/Hunte/Weser ein Pilotprojekt: Statt, wie bisher, Maßnahmen zu honorieren, die das Grundwasser schützen sollen, zählt im Bereich der IGG ausschließlich das Ergebnis. Und das ist, so die [DATENBANK=937]Landwirtschaftskammer[/DATENBANK], bemerkenswert. In der IGG haben sich die Wasserversorger [DATENBANK=2852]Stadtwerke Nienburg[/DATENBANK], [DATENBANK=277]Kreisverband für Wasserwirtschaft[/DATENBANK] und Samtgemeinde Grafschaft Hoya aus dem Landkreis Nienburg, die Stadtwerke Huntetal und die Samtgemeinde Altes Amt Lemförde (Landkreis Diepholz) sowie die in den verschiedenen Wasserschutzgebieten wirtschaftenden Landwirte zusammengeschlossen. Allein im Landkreis Nienburg sind das in den Wasserschutzgebieten Nienburg, Hoya, Drakenburg und Stolzenau 155 Landwirte.

Während laut Medienberichten bundesweit die Nitratwerte im Grundwasser steigen, ist das im Bereich der IGG nicht der Fall. Eher ist sogar das Gegenteil zu beobachten, sagt [DATENBANK=3805]Dirk Plate[/DATENBANK], Wasserschutzberater bei der Landwirtschaftskammer: „Die Tendenz weist nach unten.“ [DATENBANK=3806]Dr. Frank Schmädeke[/DATENBANK], Vize-Chef der Landwirtschaftskammer Nienburg und einer der Initiatoren der IGG: „Auf Sicht ist nicht mit einer Erhöhung der Nitratwerte zu rechnen. Das Trinkwasser ist von 1 A-Qualität.“

Beide wollen und müssen die vorhandenen Ressourcen schützen.

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„Landwirte und Wasserversorger sitzen in einem Boot“, sagt [DATENBANK=1689]Norbert Witt[/DATENBANK], Chef der Stadtwerke Nienburg und Geschäftsführer der IGG. „Beide wollen und müssen die vorhandenen Ressourcen schützen. Darum haben wir einen ergebnisorientierten Ansatz entwickelt: Die Landwirten haben den Freiraum, auf ihren Flächen so zu wirtschaften, wie sie es für richtig halten, um sowohl Erträge zu generieren wie auch das Wasser zu schützen.“

Wie das am besten funktioniere, sei individuell verschieden, weiß [DATENBANK=3807]Ute Hennig[/DATENBANK] von der Samtgemeinde Grafschaft Hoya. „Es zählt das Ergebnis. Je besser, desto höher die Ausgleichszahlung.“ Bislang gibt es vielerorts Ausgleichszahlungen nur für bestimmte Maßnahmen – egal, was sie vor Ort tatsächlich bewirken und ob sie in die betriebswirtschaftliche Planung des jeweiligen Landwirts passen. „So etwas zu verordnen, ist immer problematisch“, glaubt Thorsten Edel, Wassermeister beim Kreisverband für Wasserwirtschaft. „Schließlich kennt der Landwirt seinen Betrieb und seine Flächen am besten.“

Im Gegensatz zur üblichen Praxis wird im Bereich der IGG – je nach Witterung und Boden – festgelegt, wie viel Stickstoff am Ende der Wachstumsphase noch in den Flächen der Wasserschutzgebiete zu finden sein darf. Die Flächen werden einzeln untersucht und liefern eine umfassende Grundlage für die Wasserschutzberatung durch die Kammer.

Je deutlicher ein Landwirt den jeweils festgelegten Wert auf seinen Flächen unterschreitet, desto höher fällt die Ausgleichszahlung aus. „Das kann sich richtig lohnen“, weiß Dirk Plate. Allerdings ginge es nicht nur ums Geld: „Die finanzielle Seite spielt sicher eine Rolle“, glaubt Dr. Schmädeke. „Aber wenn es den Landwirten nur um den Profit ginge, könnten sie ohne die freiwillige Vereinbarung mehr Geld verdienen. Dieser Erfolg unserer IGG zeigt eindrucksvoll, was sich erreichen lässt, wenn man miteinander und nicht gegeneinander arbeitet. Und wenn man allen Beteiligten die Möglichkeit gibt, ihre Kompetenzen auch zu nutzen.“

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Erstellt:
3. April 2017, 21:00 Uhr
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