Nienburg 18.03.2018 Von Die Harke

Langendamm soll multinational werden

Fachleute der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit haben im Nienburger „Weserschlößchen“ getagt

Die Bedeutung des Zentrums Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr und damit auch des Standorts Nienburg wird in den nächsten Jahren voraussichtlich deutlich zunehmen. Das berichtet die Bundeswehr jetzt. Weiter heißt es: „Vom 13. bis 15. März kamen CIMIC-Experten der Bundeswehr aus ganz Deutschland zu einer Fachtagung im Nienburger Hotel ,[DATENBANK=5620]Weserschlößchen[/DATENBANK]‘ zusammen. Einige der hochkarätigen Referenten waren auch von NATO-Dienststellen aus Italien, den Niederlanden und Polen angereist.“

Zivil-Militärische Zusammenarbeit (im NATO-Englisch Civil Military Cooperation, kurz CIMIC) unterstützt bei militärischen Einsätzen weltweit, wenn es darum ginge, Wege und Formate für das Zusammenwirken von Zivilbevölkerung, staatlichen Institutionen, zivilen Organisationen und Streitkräften in Krisengebieten zu gestalten. Ziel solle es sein, durch ein nach Möglichkeit abgestimmtes Vorgehen regionale Konflikte abzubauen, bewaffnete Auseinandersetzungen zu beenden und dadurch der Bevölkerung in diesen Regionen ein sicheres Leben zu ermöglichen.

Veranstalter der Tagung war das Zentrum Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr (ZentrZMZBw), das seinen Sitz in der Langendammer Clausewitz-Kaserne hat. Die Dienststelle ist der zentrale Kompetenzträger für CIMIC in der Bundeswehr. „In ihrer fast genau 15-jährigen Geschichte hat sie mehrere Stationen bis hin zum heutigen Kompetenzzentrum für Einsatz, Ausbildung und Weiterentwicklung durchlaufen. Ihre Zukunft wird nach dem derzeitigen Stand der Überlegungen nun bunt: Bis 2024 soll sie zu einer militärischen Einheit mit multinationalen Anteilen aufwachsen, womit sie dann wahrscheinlich auch einen neuen Namen bekommen wird.“ Parallel dazu zeichne sich ein Personalaufwuchs in den kommenden Jahren ab. „Der Startschuss für diese Entwicklung könnte bereits Ende 2019 fallen“, wird Oberst Michael Mattes, stellvertretender Kommandeur des ZentrZMZBw zitiert.

Auf der Fachtagung wurden aktuelle Einsatzerfahrungen aus Mali, dem Nordirak und Afghanistan diskutiert. Neben den laufenden Einsätzen habe die NATO aber auch ein waches Auge auf relevante Entwicklungen in afrikanischen und arabischen Ländern sowie im Baltikum. Oberstleutnant Dr. Ingo Wetter vom Hauptquartier des multinationalen Korps Nordost der NATO in Stettin habe beispielsweise die neuartige Bedrohung durch hybride Kriegsführung, welche unter anderem in Form von Cyber-Angriffen beobachtet werden kann, geschildert.

„In Nienburg und Umgebung sollte CIMIC kein Fremdwort mehr sein, seitdem hier jedes Jahr die Großübung Joint Cooperation stattfindet, in welche auch die Bevölkerung aktiv eingebunden ist“, heißt es abschließend im Bericht von Ulrich Baade vom ZentrZMZBw. Die Übung wird in diesem Jahr vom 9. bis 16. November erneut mit großer internationaler Beteiligung stattfinden.

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Erstellt:
18. März 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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