Ein Blick in den Pumpenkeller im Reinwasserbehälter Hollogeberg. Foto: Kreisverband für Wasserwirtschaft

Ein Blick in den Pumpenkeller im Reinwasserbehälter Hollogeberg. Foto: Kreisverband für Wasserwirtschaft

Nienburg 17.01.2020 Von Die Harke

Laufzeiten gestiegen, Verbrauch gesenkt

Energie-Management des Kreisverbands mit überraschendem Ergebnis

Seit acht Jahren betreibt der Kreisverband für Wasserwirtschaft Energiemanagement und lässt das regelmäßig überprüfen. Dass der Verband die jüngste Rezertifizierung bestanden habe, sei zwar eine gute Nachricht, heißt es in einer Pressemitteilung. Viel wichtiger sei aber, sagt der stellvertretende Geschäftsführer des Kreisverbands, Joachim Oltmann, „dass wir trotz höherer Beanspruchungen im Trinkwassersektor weniger Energie verbraucht haben.“

Federführend fürs Energiemanagement beim Kreisverband ist der Ingenieur Christian Mommertz. „Das Energiemanagement ist für uns zum einen natürlich ein Beitrag zur Kostensenkung“, sagt dieser. „Zum anderen nutzen wir es als effektives Instrument zum Klimaschutz.“

Dass das nicht nur so dahingesagt ist, verdeutlicht Mommertz mit überraschenden Ergebnissen des jüngst bestandenen Audits: „Wir hatten im Rekordsommer 2018, aber auch im ersten Halbjahr 2019 deutlich höhere Pumpenlaufzeiten als üblich. Trotzdem haben wir unseren Energieverbrauch gesenkt.“

„Möglich wurde das unter anderem durch den Einsatz neuer Steuer- und Regelungstechnik, die die Pumpen als größten Energieverbraucher im Trinkwasserbereich bedarfsgenau steuern. Verschiedene Licht- und Belüftungsanlagen wurden ebenfalls ausgetauscht“, schreibt der Verband in seiner Mitteilung. Und: Die regelmäßige Erneuerung von Leitungen samt Installationen mache sich deutlich bemerkbar. In einer neuen PE-Leitung seien die Reibungswiderstände des Wassers viel geringer als in einer alten Zementleitung.

Ein Blick in den Pumpenkeller im Reinwasserbehälter Hollogeberg. Foto: Kreisverband für Wasserwirtschaft

Ein Blick in den Pumpenkeller im Reinwasserbehälter Hollogeberg. Foto: Kreisverband für Wasserwirtschaft

„Wir haben bereits vor einigen Jahren gemeinsam mit der TU Dresden eine Art Blaupause zur Energieeffizienz von Wasserwerken entwickelt“, berichtet Verbandsvorsteher Dirk Dohrmann. „Das hat uns konkret gezeigt, welches Einsparpotenzial in nahezu jeder technischen Anlage schlummert. Vor diesem Hintergrund macht sich das Monitoring unserer sämtlichen Anlagen bezahlt.“

So tausche der Kreisverband beispielsweise eine Pumpe oder einen Leitungsabschnitt nicht erst aus, wenn Schäden auftreten, sondern sobald die Leistung ein bestimmtes Niveau unterschreite. „Natürlich kostet der Austausch Geld“, räumt Oltmann ein. „Aber zu warten, bis etwas kaputt geht, ist auf jeden Fall teurer – allein schon durch den höheren Energieverbrauch. Von der Versorgungssicherheit ganz zu schweigen.“

Langfristig, verdeutlicht Mommertz, strebe der Kreisverband die CO2-neutrale Trinkwasserversorgung an. „Das wird kaum in dem Sinne machbar sein, dass wir kein Kohlendioxid emittieren“, ergänzt Oltmann. „Aber wir wollen das, was wir nicht vermeiden können, durch ökologische Maßnahmen ausgleichen.“

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Erstellt:
17. Januar 2020, 14:15 Uhr
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