Lebendiger Adventskalender in Loccum gut besucht

Lebendiger Adventskalender in Loccum gut besucht

Kerzen, die die Dunkelheit erhellen, haben Michaela Veit-Engelmann und Lothar Veit Gäste verteilt – so könnenalle mitsingen.Foto: Ney-Janßen

Der Versuch ist gelungen: Zum ersten Mal ist in Loccum ein Lebendiger Adventskalender angeboten worden – und sowohl Gastgeber als auch Gäste genießen die Zeit an den Türen vor Weihnachten.

Posaunen sind erklungen und Geigen. An anderen Häusern, deren Gastgeber kein Instrument spielen, hat es immer einige gegeben, die singen können und mögen. Überall haben sich die Gastgeber mit viel Freude auf die halbe Stunde am Abend vorbereitet und 25 Gäste sind es im Durchschnitt gewesen, die bislang die Häuser aufgesucht haben.

Christine Breuer-Völkel ist mit der bisherigen Bilanz sehr zufrieden. Die Loccumerin hatte als Mitglied des Kirchenvorstands angeregt, auch im Kloster-Dorf die Tradition des Öffnens der Türen an jedem Abend einzuführen – und die Organisation in die Hand genommen. Seit dem 1. Dezember haben nun Plakate mit leuchtenden Kerzen an den Wegrändern jeweils darauf hingewiesen, wo sich am Abend eine Tür öffnen wird. Musik, Gesang, Geschichten, Gebete – dazu kommen alle Generationen zusammen. Manche würden nahezu jedes Mal kommen, sagt Breuer-Völkel, immer seien aber auch solche dabei, die neu und neugierig vorbeischauen.

Auf ihr Türchen, das sie öffnen dürfen, haben sich auch Michaela Veit-Engelmann und Lothar Veit gefreut. Gartenstühle haben sie auf ihrer Rasenfläche aufgestellt. Die Nacht ist außergewöhnlich mild – so können die Gäste ohne Probleme eine Weile stillsitzen. Die Kerzen, die sie zur Begrüßung in die Hand bekommen haben, beleuchten die Liedtexte und schon bald schallt Gesang aus dem Garten, begleitet von Gitarre und Keyboard, die die Gastgeber spielen. Veit-Engelmann, die Studienleiterin im Religionspädagogischen Institut Loccums ist, erzählt, dass sie bereits als Vikarin in ihrer damaligen Gemeinde immer gerne selbst Gastgeberin des Adventskalenders sein wollte. Dort, sagt sie, waren alle Türen aber so schnell vergeben, dass sie nie zum Zuge kam. In Loccum hat sie sich nach dem ersten Aufruf im Gemeindebrief sofort gemeldet.

Während sie zum letzten Lied der kleinen Andacht noch Keyboard spielt, eilt ihr Mann bereits ins Haus, um den Tee zu holen. Willkommen heißen, gastfreundlich sein und miteinander noch ein wenig Zeit teilen, an jedem Abend an einer anderen Tür – das wird es wohl in Loccum auch im kommenden Jahr geben.