Die Lebensmittelhändler dürfen wegen der Corona-Krise ab diesem Sonntag öffnen, doch die Läden bleiben zu. Foto:Hildebrandt

Die Lebensmittelhändler dürfen wegen der Corona-Krise ab diesem Sonntag öffnen, doch die Läden bleiben zu. Foto:Hildebrandt

Landkreis 20.03.2020 Von Arne Hildebrandt

Lebensmittelhändler öffnen Sonntag nicht

Sie wollen an den gewohnten Öffnungszeiten festhalten / Mitarbeiter schon jetzt hoch belastet

Die großen deutschen Supermarkt- und Discountketten wollen ihre Geschäfte auch weiterhin nicht am Sonntag öffnen. Edeka, Rewe, Aldi und Lidl betonten bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur, an den gewohnten Öffnungszeiten von Montag bis Samstag festhalten zu wollen.

Rewe-Chef Lionel Souque begründete das in einem Brief an die selbstständigen Rewe-Kaufleute mit der ohnehin hohen Belastung der Beschäftigten: „Mit dem gegenwärtigen Pensum verlangen wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Märkten bereits Erhebliches ab. Und wir haben aktuell wenig Grund zu der Annahme, dass sich daran binnen sehr kurzer Frist etwas verändert“, schrieb er. Deshalb würden Rewe und die konzerneigene Discounttochter Penny auf Sonntagsöffnung verzichten. Die bestehende Öffnung an sechs Tagen in der Woche erlaube es, die Kunden bedarfsgerecht zu bedienen.

Auch Edeka und der zugehörige Discounter Netto planen keine Sonntagsöffnung. „Schon jetzt sind viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Grenzen ihrer Belastbarkeit. Jetzt noch einen Tag länger zu öffnen, würde diese Situation weiter verschärfen“, erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber dpa. Kai-Peter Kruse, Marktleiter des Edeka-Centers in Nienburg, sagte der HARKE: „Die Sonntagsöffnung ist nicht notwendig. Unsere Mitarbeiter sind schon ausgelutscht genug.“

Wir müssen unsere Mitarbeiter schützen. Wir sind froh, wenn wir den Krankenstand niedrig halten können. Die Mitarbeiter arbeiten schon jetzt bis an die Belastungsgrenze.

Jörg Ketelhut, Geschäftsleiter von Real in Nienburg

Auch Aldi betonte, die Mitarbeiter bräuchten Ruhephasen, um Kräfte zu sammeln. Lidl verzichtet ebenfalls auf den zusätzlichen Verkaufstag. Der Discounter schränkte allerdings ein: „Selbstverständlich bewerten wir die Situation täglich neu.“ Ähnlich äußerten sich der Großflächen-Discounter Kaufland und die SB-Warenhauskette Real. Jörg Ketelhut, Geschäftsleiter von Real in Nienburg, sagte der HARKE: „Wir müssen unsere Mitarbeiter schützen. Wir sind froh, wenn wir den Krankenstand niedrig halten können. Die Mitarbeiter arbeiten schon jetzt bis an die Belastungsgrenze. Die Öffnungszeiten sind nicht das Problem. Wir haben bis 22 Uhr geöffnet. Das Problem ist, die Waren in die Regale zu bringen, weil Lkws auf der Straße sind oder an der Grenze aufgehalten werden.“

Denis Kronhardt, Warenhausleiter von Famila in Nienburg, sagte: „Wir werden nicht öffnen. Die Sonntagsöffnung ist absolut nicht notwendig. Die Mitarbeiter brauchen auch mal Ruhe. Die Leute haben an sechs Tagen genug Zeit, einzukaufen.“ Auch Famila in Hoya will Sonntag nicht öffnen.

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Erstellt:
20. März 2020, 07:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 10sec

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