Patient Georg Hennig und Dr. Thomas Wagner, Bereichsleitung der Gefäßchirurgie in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, vor dem Eingang des KRH Klinikums Neustadt am Rübenberge. Foto: KLinikum Neustadt

Patient Georg Hennig und Dr. Thomas Wagner, Bereichsleitung der Gefäßchirurgie in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, vor dem Eingang des KRH Klinikums Neustadt am Rübenberge. Foto: KLinikum Neustadt

Nienburg 19.01.2021 Von Die Harke

Lebensrettende Operation gelingt

Die Bauchaorta des Nienburgers Georg Hennig wächst und wächst – Dr. Thomas Wagner setzt einen Stent

„Es ist eine Geschichte über eine besondere OP und eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Arzt und Patient. Georg Hennig ist Nienburger mit Leib und Seele und sitzt als Politiker im Nienburger Rat. Dr. Thomas Wagner ist Bereichsleiter der Gefäßchirurgie in der Klinik für Allgemein- Viszeral- und Gefäßchirurgie am KRH Klinikum Neustadt am Rübenberge. Hätten sich beide nicht getroffen, wäre Georg Hennig nicht mehr am Leben“, heißt es in einer Pressemitteilung des Klinikums Neustadt.

Bei einer Untersuchung 2017 im Nienburger Krankenhaus lernten sich die beiden kennen. Dr. Thomas Wagner stellte bei seinem Patienten eine vergrößerte Bauchaorta fest. Die Bauchaorta ist die Hauptschlagader des Körpers.

„Die Aorta von Herrn Hennig vergrößerte sich damals pro Jahr um ungefähr 1,5 Zentimeter“, verdeutlicht Wagner. Eine gefährliche Situation, da die Vergrößerung unbehandelt zum Platzen der Aorta und damit sehr schnell zum Tod führen könne. „Herr Hennig wäre dann innerlich verblutet“, erklärt Wagner weiter. Die Gefahr der Situation sei auch Georg Hennig sehr schnell klar geworden: „Dr. Wagner hat mir anhand einer Stent-Prothese gezeigt und erklärt, wie die gefährliche Vergrößerung meiner Aorta gestoppt werden kann.“

Normalerweise hätte man nach Angaben des Klinikums die Stent-Prothese, die die Vergrößerung der Aorta stoppt und für einen regelmäßigen Blutfluss wieder öffnet, mit einer offenen Operation über einen Schnitt in der Bauchdecke eingesetzt. Diese Operationsart sei aber aufgrund von Nebenerkrankungen zu gefährlich gewesen. Die Alternative: ein minimalinvasiver Eingriff, ohne die Öffnung der Bauchdecke.

Herr Hennig wäre dann innerlich verblutet.

Dr. Thomas Wagner

„Dabei wird über chirurgische Instrumente der Stent über kleine Schnitte in beiden Seiten der Hüfte in den Bauch eingeführt und zielgenau in der Aorta platziert“, erklärt der Gefäßchirurg. Doch es habe noch ein Problem gegeben: Seit einem Autounfall in den 1980er-Jahren ist Georg Hennig querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl. „Durch das lange Sitzen im Rollstuhl und Verkalkungen in der rechten Hüfte war dieser Eingriff ebenfalls nicht einfach“, verdeutlicht Wagner.

Nach verschiedenen Röntgenaufnahmen und einem ausführlichen Hintergrundgespräch hätten sich Georg Hennig und Dr. Wagner dennoch für diese Art der OP entschieden. „Vor und während der OP wurde ich begleitend von Prof. Chavan und dem gesamten radiologischen Team betreut. Die beiden Fachbereiche und ihre Art der professionellen Zusammenarbeit haben mich von der OP überzeugt“, sagt Hennig. „Die Versorgung von Herrn Hennig war ein Paradebeispiel für gelebte interdisziplinäre Zusammenarbeit“, sagt Dr. Wagner.

„Ich erinnere mich noch gut, wie ich nach der OP aufgewacht bin und Dr. Wagner mir versicherte, dass alles gut gegangen ist.“, erzählt Hennig. Es sei eine vierstündige OP gewesen, bei der seine Beine fixiert werden mussten, da er sie seit seinem Unfall nicht mehr kontrollieren kann. Darüber, dass die OP ohne Komplikationen verlaufen ist, sei der Patient sehr froh. Seine Aorta sei mittlerweile auf Normalgröße zurückgegangen.

Hennig habe den schweren Eingriff in Neustadt durchführen lassen, obwohl ihm sein Umfeld geraten habe, dafür in eine großstädtische Klinik zu gehen. Das könne Hennig nicht verstehen: „Ich fühle mich bei Dr. Wagner sehr gut aufgehoben und werde auch weiterhin Patient bei ihm sein“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung des Klinikums Neustadt.

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Erstellt:
19. Januar 2021, 20:04 Uhr
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