07.04.2013

Leerstände und lückenhafter Mix

Stärken-Schwächen-Analyse des Einzelhandelskonzept für Hoyas Stadtkern vorgestellt

Hoya. „Ich hoffe auf ein gutes Ergebnis, denn nur das bringt uns in Hoya voran“, so Bürgermeisterin Anne Wasner in ihren Grußworten zur Vorstellung des „Einzelhandelskonzeptes für den Stadtkern von Hoya“. Erarbeitet worden ist das Papier durch die CIMA Beratungs- und Managementgesellschaft aus Lübeck – vertreten durch Martin Kremming und Nils Meyer. Stadtdirektor Detlef Meyer lobte die Lenkungsgruppe für ihre aktive Begleitung. Jetzt sei der Einzelhandel gefordert, den Prozess in der Neuentwicklung mit zu gestalten. „Die Bedeutung Hoyas als Grundzentrum in der Samtgemeinde muss wahrgenommen werden.“

Das umfassende Gesamtkonzept wurde auf der Grundlage umfassender Ortsbegehungen durchgeführt. Die Einzelhandelssituation vor Ort wurde untersucht und analysiert, Bürger durch Befragungen eingebunden.

Die Innenstadt Hoyas ist der Einzelhandelsschwerpunkt in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya. Aber mit dem Stadtkern steht es nach Ansicht der Experten nicht zum Besten: Keine durchgängige Nutzung, Leerstand und Wohnnutzungen, lückenhafter Branchenmix – das alles sei der Attraktivität der Innenstadt abträglich. Die hohe Zahl an Leerständen weise auf einen Abwärtstrend in der Innenstadt hin, sagte Kemming.

Eine „Stärke-Schwäche-Analyse“ zeige: Gut finden Kunden den inhabergeführten Einzelhandel mit seinem persönlichen Kundenkontakt, dem Service und der Beratung. Außerdem gehen Einkäufer gern zu Famila und auf den Wochenmarkt. Der Filmhof Hoya ist ein Alleinstellungsmerkmal. Als Schwächen haben die Experten den geringen Bummelfaktor, die Leerstände, nur wenige Highlights, uneinheitliche Öffnungszeiten und ungenutzte Potenziale im Gastronomie-Bereich ausgemacht.

Im Verkehr bemängeln die CIMA-Leute unzureichende Hinweise auf bestehende Parkmöglichkeiten und Parkmodalitäten und die unattraktive Umsetzung der Verkehrsberuhigung durch Poller. Die Verbindung Famila und Innenstadt sei „unausgereift“.

Einer aktiven Fördergemeinschaft steht die Außenwahrnehmung mit dem unzureichenden Bekanntheitsgrad der Innenstadt gegenüber.

Die Stadtentwickler aus Lübeck empfehlen als sofortigen Maßnahmenkatalog die Aufbereitung von Bänken und den Austausch der Mülleimer. Im Marketingkonzept sollte eine temporäre Gastronomie mit dem Highlight „Open-Air-Kino“ und eine Web-Gruß-Seite mit hohem Potenzial bei geringem Aufwand verankert sein.

Gefordert wird eine private Initiative zur Gestaltung der Leerstände, Erstellung eines neuen Info- und Einkaufsflyers, die Aufwertung der Weserpromenade und die Vereinbarung von Kernöffnungszeiten.

Die wichtigste Feststellung am Schluss der Vorstellung des Einzelhandelskonzeptes: „Die eigentliche Herausforderung besteht nicht in der Entwicklung eines Konzeptes, sondern darin, dieses in den nächsten Jahren gemeinsam Schritt für Schritt umzusetzen“. an

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Erstellt:
7. April 2013, 00:00 Uhr
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