Hanna Postova / Unsplash

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08.04.2019 Von Alan Smithee

Legal Highs: psychoaktive Substanzen aus dem Internet

Seit einiger Zeit sind sie häufiger in den Schlagzeilen zu finden: Legal Highs, also freiverkäufliche Stimmungsaufheller, erfreuen sich großer Beliebtheit, besonders bei jungen Leuten, die sich berauschen wollen, ohne dabei gegen das Gesetz zu verstoßen. Denn im Gegensatz zu Kokain, Heroin und Cannabis werden Besitz und Konsum von Legal Highs nicht strafrechtlich verfolgt. Aber was genau verbirgt sich hinter diesen neuen legalen Mitteln, und wie gefährlich ist der Konsum wirklich? Die Bezeichnung „Legal Highs“ umfasst eine Vielzahl an psychoaktiven Substanzen, die als legale Alternativ zu illegalen Drogen gehandelt werden. Diese synthetischen Wirkstoffe ahmen den Rausch nach, den Konsumenten etwa nach der Einnahme von Heroin, Kokain oder Marihuana erleben. Sie gelten als legal, auch wenn das immer mal wieder versucht, sie verbieten zu lassen, und so Händlern und Konsumenten das Gefühl zu geben, sich in einer Grauzone zu bewegen. Die Substanzen werden regelmäßig geprüft, was teilweise Verbote einzelner Wirkstoffe zur Folge hat. Ändert der Hersteller daraufhin die Rezeptur und verzichtet auf den jeweiligen Inhaltsstoff, kann er sein Produkt wieder verkaufen – so sind Käufer und Verkäufer immer auf der sicheren Seiten, was den Konsum und Vertrieb anbelangt. Verkauft werden die unterschiedlichen Substanzen vornehmlich im Internet, wo sie unter den Bezeichnungen Kräutermischungen, Badesalze und Liquid Highs angeboten werden.

Auch wenn der Begriff „Legal Highs“ vermuten lässt, dass es sich um harmlose Substanzen handelt, sollte nicht unbedacht zugegriffen werden. Oftmals ist für den Konsumenten nicht genau zu erkennen, welche Inhaltsstoffe sich in den einzelnen Produkten befinden. Ebenso unberechenbar kann dann auch die Wirkung sein. Da es keine einheitlichen Qualitätskontrollen oder Rezepturen gibt, weiß nur der Hersteller selbst, was sich in den einzelnen Mischungen befindet. Nicht selten kommt es innerhalb ein und derselben Flasche bei den Liquid Highs zu Schwankungen, wenn sich einige Wirkstoffe am Boden absetzen, während andere sich an der Oberfläche befinden. So kann es sein, dass der Konsument bei nur einer Packung ganz unterschiedliche Effekte nach der Einnahme beobachtet. Hilfreich sind in diesem Zusammenhang Rezensionen anderer Konsumente; allerdings wirken die Substanzen bei jedem Menschen anders, sodass eine exakte Aussage über die Wirkung nicht möglich ist. Also ist es ratsam, erst kleine Mengen einzunehmen um zu testen, wie man sich damit fühlt. Bei flüssigen Präparaten sollte die Flasche vorher geschüttelt werden.

Wer nach dem Konsum von Legal Highs im Straßenverkehr unterwegs ist, muss anders als bei Alkohol und illegalen Drogen auch bei einer Polizeikontrolle keine negativen Folgen befürchten. Noch gibt es kaum Möglichkeiten, den Konsum der Substanzen nachzuweisen, und selbst wenn dies möglich wäre, kann aufgrund der Gesetzeslage keine strafrechtliche Verfolgung stattfinden. Dennoch ist allen Konsumenten von Badesalzen, Kräutermischungen und Co. dringend anzuraten, sich nicht high hinters Steuer zu setzen. Gerade aufgrund der unberechenbaren Wirkung kann es zu unvorhergesehenen und unerwünschten Effekten kommen, die während der Fahrt ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen können. Im Sinne der eigenen Sicherheit und besonders der anderer Verkehrsteilnehmer sollten Legal Highs hinter dem Steuer tabu sein.

Ansonsten gilt wie bei allen Genussmitteln: Genießen in Maße statt in Masse und immer vorsichtig bleiben.

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Erstellt:
8. April 2019, 14:03 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 38sec

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