Stefan Schwiersch DH

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Landkreis 23.09.2019 Von Stefan Schwiersch

Leistung soll belohnt werden

Guten Tag

Wer Leistung bringt, soll belohnt werden. Hinter dem Leistungsprinzip verbirgt sich die in der in der heutigen Gesellschaft praktizierte Auffassung, nach der sich die materiellen und sozialen Chancen des Einzelnen allein nach der Qualität und dem Umfang seiner Leistung bemessen sollen. Das Prinzip: Wer mehr leistet, bekommt auch mehr. Auch im Amateurfußball wird dieses Prinzip angewandt. Nehmen wir den ASC Nienburg als Beispiel: In seiner höherklassigen Zeit konnten Spieler des Mußriede-Klub individuell mit der Spartenleitung aushandeln, wie und in welcher Form sie für ihr fußballerisches Tun entlohnt werden. Da war es natürlich von Vorteil, wenn man rhetorisch und argumentativ ebenso bewandert war wie fußballerisch. Auch andere Klubs, die (oder deren Förderkreise) es sich leisten konnten, unterstützen ihre Teams materiell, meist mit Punktprämien, die in die Mannschaftskasse fließen; das ist zwar ein anderes Verteilprinzip, im Sinne des Mannschaftsfriedens aber durchaus probat.

Wir können jedoch davon ausgehen: Die Aussicht auf eine gut gefüllte Mannschaftskasse lockt keinen Spieler zum FC Bayern. Dabei gibt es auch im Profifußball hübsche Beispiele, wie außergewöhnliche Leistungen vergütet werden. Martin Ødegaard beispielsweise, einst bei Real Madrid als Wunderkind gehyped, wurde erst jetzt bei Real Sociedad San Sebastian glücklich, wurde gerade zum Spieler des Monats gekürt und erhielt dafür: einen frischen Fisch.

Keinen Fisch, sondern ein Auto bekam 1990 Khalid Ismail Mubarak. Die Vereinigten Arabischen Emirate waren in Italien erstmals bei einer WM vertreten, und ein arabischer Scheich hatte für das erste WM-Tor einen Rolls-Royce ausgelobt. Im zweiten Gruppenspiel gegen Deutschland lagen die Araber 0:2 zurück, doch kurz nach dem Seitenwechsel segelte ein Ball in den deutschen Strafraum, Thomas Berthold verschätzte sich und Mubarak schoss platziert ins lange Eck. Angeblich erhielt der Stürmer neben dem Luxusschlitten noch eine exklusive Wohnung und 400.000 Mark Handgeld obendrauf.

Wieder etwas gemäßigter wiederum fiel die „Motivationsspritze“ („Bild“) 2008 für den FC Kopenhagen aus. Die auf der dänischen Ostseeinsel Fünen ansässige BN Agentur vertreibt Filmchen für Erwachsene („amatør sex“) und stieg beim FC als Sponsor ein. Pro Sieg erhielt jeder Spieler der Mannschaft zwei erotische DVDs. Sie ahnen es: In der Saison 2008/09 wurde der FC Kopenhagen dänischer Meister.

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Erstellt:
23. September 2019, 05:13 Uhr
Lesedauer:
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