Vor dem Schnitt muss der Obstbaum begutachtet werden. Bezirksstelle Nienburg

Vor dem Schnitt muss der Obstbaum begutachtet werden. Bezirksstelle Nienburg

Steimbke 20.02.2017 Von Die Harke

Leitäste und „schlafende“ Knospen

Obstbaumschnittkurs der Landwirtschaftskammer mit viel praktischem Wissen zur Pflege einer alten Kulturform

Die Witterungsbedingungen waren perfekt für den Pflegeschnitt von Obstbäumen. Rund 20 Teilnehmer fanden bei minus zwei Grad Celsius den Weg zum Seminar „Hochstamm-Obstwiesenschnitt“ der Bezirksstelle Nienburg auf eine Obstwiese der Samtgemeinde Steimbke. Das hat die [DATENBANK=937]Landwirtschaftskammer[/DATENBANK] mitgeteilt. Während der theoretischen Einführung durch Marcus Polaschegg, Berater der Bezirksstelle Nienburg, zum Thema „Biologische Vielfalt“ habe der schneidende Ostwind jedoch für rote Ohren und laufende Nasen gesorgt.

Mit den Grundregeln des Obstbaumschnitts ausgestattet, durften sich alle Teilnehmer mit Rosenschere und Trittleiter wieder warmarbeiten. Rund 90 Jungbäumen auf der vor vier Jahren angelegten Obstwiese galt es, einen „Erziehungsschnitt“ zu verpassen, um den Kronen für die nächsten Jahrzehnte eine stabile Struktur zu geben.

Trotz Kälte habe man bei der praktischen Umsetzung in kleinen Arbeitsgruppen aber auch den einen oder anderen rauchenden Kopf gesehen: „Ich hätte nie gedacht, dass es dabei so viel zu beachten gibt“, gab Nebenerwerbslandwirt Willi Most, der aus Rehburg-Loccum angereist war, ehrlich zu.

„Leitäste“, „schlafende Knospen“ und „Saftwaage“ – eine Menge Begriffe galt es zu verstehen und praktisch umzusetzen, die den meisten Teilnehmer bisher unbekannt waren. Nach rund drei Stunden Teamwork war es jedoch vollbracht – zumindest auf dieser Fläche.

In Wendenborstel wartete mit der Altbaumpflege noch der zweite und durchaus anstrengendere Teil der Veranstaltung. Bei vielen der etwa 15 Jahre alten Bäume, die bereits seit mehreren Jahren nicht geschnitten wurden, musste ordentlich hingelangt werden, um die Kronen der Bäume auszulichten und altes Fruchtholz auszuschneiden.

„Am Ende waren sich trotz einiger Schweißperlen aber alle Teilnehmer einig: ,Eine sehr lehrreiche Veranstaltung, die unbedingt wiederholt werden sollte, um das wertvolle Wissen zum Erhalt dieser alten Kulturform an möglichst viele Menschen weiterzugeben‘“, heißt es abschließend.

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Erstellt:
20. Februar 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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