Die Arbeit mit Tablets lernten Schülerinnen und Schüler kennen, um sie künftig wie selbstverständlich nutzen zu können. Foto: MDG

Die Arbeit mit Tablets lernten Schülerinnen und Schüler kennen, um sie künftig wie selbstverständlich nutzen zu können. Foto: MDG

Nienburg 19.02.2022 Von Nikias Schmidetzki

Lernen, Arbeit, Organisation – hier ist ein Nienburger Gymnasium auf dem digitalen Weg

iPad-Projekttag am Marion-Dönhoff-Gymnasium soll Einstieg erleichtern

Mit Tablets lässt sich der komplette Schulalltag organisieren, vom Lernen bis zum Ordnen. Damit sich das verselbstständigt, hat das Nienburger Marion-Dönhoff-Gymnasium für die 7. Klassen einen Projekttag organisiert – auch für Lehrkräfte.

Sind sie nun „.Natural Born Digitals“ – junge Menschen, die mit Computer und Handy aufgewachsen sind? Auch wenn für Jugendliche und immer häufiger Kinder Tablet und Smartphone zum Altag gehören, im Unterricht, da galt bislang meist doch das gedruckte Werk als Maßstab allen Lernens. Und das ändert sich gerade schnell – wie auch Schülerinnen und Schüler am Marion-Dönhoff-Gymnasium (MDG) in Nienburg merken.

Homeschooling gibt nötigen Startschuss

Spätestens das Distanzlernen – landläufig „Homeschooling“ – hat den späten aber nötigen Startschuss zum E-Learning, dem elektronischen Lernen, gegeben. An den meisten weiterführenden Schulen werden nach und nach Tablets eingeführt – und zwar verpflichtend. Und so sehr sich die Jugendlichen mit ihren Smartphones auskennen und Kommunikation über soziale Netzwerke Standard ist; die Arbeit mit Tablets im und für den Unterricht ist eben auch für sie oftmals Neuland. Und so gehen sie Lehrkräfte und Lernende diesen Weg zusammen.

Nachdem die Lehrkräfte mit Dienstgeräten ausgestattet wurden und schon seit längerem iPads und andere Tablets von vielen Schülerinnen und Schülern der Oberstufe im Unterricht genutzt werden, nahm nun auch der 7. Jahrgang am MDG flächendeckend den Unterricht mit iPads auf.

Mit praktischen Übungen haben auch Lehrkräfte die Möglichkeiten ausprobiert. Foto: MDG

Mit praktischen Übungen haben auch Lehrkräfte die Möglichkeiten ausprobiert. Foto: MDG

Mappenführung, Mitschriften, Hausaufgaben, Testvorbereitung, Gruppenarbeiten, Austausch und vieles mehr, all das kann nun auch digital erfolgen und festgehalten werden. Um ein möglichst reibungsloses Arbeiten mit den Geräten zu ermöglichen, gab es einen Projekttag, um sich in der Schule mit dem iPad einzuarbeiten.

Nujin aus der 7d fand den Projekttag für den Start ideal: „Einige kennen sich doch noch nicht so gut aus. Man kennt auch nicht alle Funktionen. Hier können wir alle unsere Fragen loswerden.“ Klassenkamerad Umut war schnell begeistert vom Arbeiten mit dem neuen Gerät: „Ich habe alles an einem Platz, und mein Rucksack ist deutlich leichter geworden.“

Mein Rucksack ist deutlich leichter geworden.

Umut, Klasse 7d

Dabei standen zunächst praktische Fragen im Vordergrund: Wie gehe ich effizient mit meinem iPad um? Wie kann ich Inhalte mit anderen teilen, zum Beispiel Hausaufgaben für die ganze Klasse zeigen? Wie lege ich meine eigene digitale Mappe für ein Fach an? Wie speichere und verwalte ich meine Daten? Die meisten Schülerinnen und Schüler hatten neben vielen Fragen durchaus auch Erwartungen im Gepäck.

Charlotte (7a) erwartete etwa „besseres Arbeiten, bessere Vorbereitung und vielleicht bessere Noten.“ Joy aus der 7c ist hochmotiviert: „Ich arbeite viel sauberer am iPad, ich gebe mir da schon etwas mehr Mühe, damit es ordentlich aussieht.“

Regelmäßige Medienbildungsstunden

Da nicht alles an einem Projekttag erlernt werden kann, wird es am MDG für den 7. Jahrgang sogenannte Medienbildungsstunden geben. Eine Arbeitsgruppe hat ein Mediencurriculum mit pädagogischen Material für das iPad erarbeitet. Ein Halbjahr lang werden die Schülerinnen und Schüler nun beim digitalen Lernen begleitet. Die Kolleginnen und Kollegen, die als „Medien-Lehrkräfte“ diese Schulungen übernehmen, wollen mit den Jugendlichen neben praktischen Anwendungsbeispielen auch Problembewusstsein schaffen: Wie kann ich sinnvoll mit anderen zusammen digitale Techniken nutzen? Wie bewege und verhalte ich mich im Netz? Welche Websites sind vertrauenswürdig und wie finde ich das heraus?

So können wir gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern pädagogisch sinnvoll zusammenarbeiten.

Martin Reuss, Mitglied der erweiterten Schulleitung

Das Kollegium nutzte den Projekttag ebenso und kümmerte sich etwa darum, wie mit der Classroom-App Abläufe organisiert werden können, welche Einsatzmöglichkeiten die verschiedenen Apps bieten und tauschten sich aus, welche Anwendungen haben sich bereits als gewinnbringend herausgestellt haben. Anschließend wurde gemeinsam mit den Schülern geübt, probiert und getestet.

Martin Reuss, Mitglied der erweiterten Schulleitung, ist rundum zufrieden mit der Resonanz: „Ich bin dankbar und stolz auf unser Kollegium, das sich mit Mut auf diesen neuen Schritt zubewegt und auf vielfältige Weise gegenseitige Hilfen in Form vom Fortbildungen und Materialien anbietet. So können wir gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern pädagogisch sinnvoll zusammenarbeiten.“

Zum Artikel

Erstellt:
19. Februar 2022, 15:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 04sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.