Auf der Terrasse der Villa Strube in Eystrup: Kinder der intensivpädagogischen Lerngruppe mit von links: Jens Volksbeck (Holtrup), Jens Schlabitz-Havemann (Feuer & Wasser Eystrup), Astrid Böhme (Förderschullehrerin) und ganz rechts Dörthe Karrasch (Schulleiterin Ludolf-Wilhelm-Fricke Schule Borstel). Foto: Achtermann

Auf der Terrasse der Villa Strube in Eystrup: Kinder der intensivpädagogischen Lerngruppe mit von links: Jens Volksbeck (Holtrup), Jens Schlabitz-Havemann (Feuer & Wasser Eystrup), Astrid Böhme (Förderschullehrerin) und ganz rechts Dörthe Karrasch (Schulleiterin Ludolf-Wilhelm-Fricke Schule Borstel). Foto: Achtermann

Eystrup 17.10.2020 Von Horst Achtermann

Lernen, musizieren, handwerkern

Intensivpädagogische Lerngruppe Eystrup möchte Mädchen und Jungen fit machen für den Besuch einer Regelschule

Die Intensivpädagogische Lerngruppe (IPL) Eystrup (IPL) ist ein schulersetzendes Angebot der Ludolf-Wilhelm-Fricke-Schule Borstel (bei Sulingen), eine Einrichtung der Stephanstift Förderschulen gGmbH.

„Die Schule arbeitet in Kooperation mit den Jugendhilfeträgern „Erlebnis Feuer & Wasser“ (Eystrup), „Jazz 2010“ (Drakenburg) und dem „Jugendhilfeprojekt Holtrup“, erklärt Schulleiterin Dörthe Karrasch, Dipl. Heilpädagogin und Förderschullehrerin.

„In der Villa Strube in Eystrup leben sieben Jugendliche des Jugendhilfeträgers ‚Erlebnis Feuer & Wasser‘ in einer Wohngruppe“, berichtet Jens Schlabitz-Havemann, pädagogischer Leiter und Familientherapeut des Trägers.

Im Erdgeschoss ist ein Raum eingerichtet, in dem Kinder und Jugendliche unterrichtet werden, die in den stationären Einrichtungen der Kooperationspartner leben: Feuer & Wasser (2), Jazz (3) und Jugendhilfeprojekt Holtrup (2).

Seit dem 28. August 2020 werden die sieben Schülerinnen und Schüler von einer Förderschullehrkraft und pädagogische Fachkräfte unterrichtet. „Diese arbeiten eng und unterstützend zusammen“, berichtet Dörthe Karrasch im Gespräch mit der HARKE am Sonntag.

Die Schülerinnen und Schüler haben einen festgestellten Unterstützungsbedarf im Bereich der emotionalen oder sozialen Entwicklung, sowie weitere festgestellte Förderbedarfe in den Bereichen Lernen oder geistige Entwicklung. Aus den verschiedensten Gründen sind die Kinder nur bedingt in der Lage, eine Schule zu besuchen. In erster Linie handelt es sich um Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer familiären und sozialen Situation intensive Unterstützung bei der Integration in eine Gruppe benötigen.

„Die IPL Eystrup als schulersetzendes Angebot bietet den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit der Teilhabe an schulischer Bildung“, sagt die erfahrene Pädagogin. Maßstab sind die Schulklassen fünf bis sieben. Der Unterricht orientiert sich an den individuellen Lernvoraussetzungen und -bedürfnissen der Kinder, er sei individualisiert, rhythmisiert und trage verschiedene Elemente von Aktivität mit Sport und Abenteuer sowie der Entspannung. „Es werden Kunst-, Musik- und Werkprojekte angeboten, er ist damit handlungsorientiert und auch projektorientiert“.

Sehr erfreut ist man in den Kreisen der Jugendhilfeträger über pädagogische Fachkräfte, die zusätzlich eine handwerkliche Ausbildung mitbringen. Dipl.-Pädagoge Jens Volksbeck (Jugendhilfeträger Holtrup) erneuert mit den Jugendlichen zum Beispiel das Geländer im Außenbereich der Villa Strube, wobei neben mathematischen Fähigkeiten, die Schüler sich mit Materialien wie Holz und Beton auseinandersetzen, so Dörthe Karrasch.

So werden einfache handwerkliche Fähigkeiten wie schrauben, sägen, spalten und Betonmischungen anrühren erlernt. Das fertige Projekt stärke die Selbst- und Sozialkompetenz im gemeinsamen Tun, denn auch das Besorgen von Baumaterial war mit einer Werksbesichtigung verbunden.

„Unser Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler so zu fördern, dass sie möglichst wieder am Unterricht einer Regelschule teilnehmen können, beschreibt Dörthe Karrasch, Leiterin der Ludolf-Wilhelm-Fricke Schule Borstel, das Konzept.

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Erstellt:
17. Oktober 2020, 15:12 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

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