Liebenau muss investieren

Liebenau muss investieren

Der zuständige Fachbereichsleiter Dieter Korte. Samtgemeinde Liebenau

Sichtlich erfreut zeigte sich der Vorsitzende des Brandschutzausschusses der Samtgemeinde Liebenau, [DATENBANK=763]Heinrich Schomburg[/DATENBANK], über die Resonanz bei der Vorstellung des Feuerwehrbedarfsplanes. In der Tat: fast 80 Angehörige der [DATENBANK=2503]Freiwilligen Feuerwehren[/DATENBANK] hatten sich im Saal der [DATENBANK=999]„Schweizerlust“[/DATENBANK] in Liebenau eingefunden, um Näheres über die Bedarfsplanung in Sachen Brandschutz in den nächsten fünf Jahren zu erfahren. In einer Pressemitteilung der Samtgemeinde heißt es: „Nach den Vorschriften des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes können Gemeinden eine Feuerwehrbedarfsplanung aufstellen. Eine solche Planung hilft festzustellen, ob die Feuerwehren den örtlichen Verhältnissen entsprechend leistungsfähig aufgestellt und ausgerüstet sind. Nachdem der Landesrechnungshof 2014 einer Samtgemeinde des Landkreises Nienburg bescheinigt hatte, dass sie keine solche Feuerwehr vorhalte, haben alle Kommunen gemeinsam mit dem Landkreis nach Lösungsmöglichkeiten gesucht.

Nach Abstimmungsgesprächen mit dem Niedersächsischen Innenministerium kam man zu dem Ergebnis, für den Landkreis Nienburg ein ,Pilotprojekt‘ durchzuführen. Alle Kommunen wollten einen Bedarfsplan vom gleichen Brandschutzingenieurbüro erstellen lassen. Diesen Auftrag erhielt der Brandschutzingenieur Manfred Fennen aus der Gemeinde Saterland.

In seinem knapp einstündigen Power-Point-Vortrag über den 125 Seiten starken Bedarfsplan beschrieb Fennen die Notwendigkeit, dass die Samtgemeinde dokumentieren müsse, dass sie über eine leistungsfähige Feuerwehr verfüge. Gelinge dies nicht, liege ein Organisationsverschulden vor. Wichtig sei, dass die Samtgemeinde mit der Bedarfsplanung ein Schutzziel für ihr Gemeindegebiet definiert.

Das Schutzziel wird wie folgt beschrieben und vom Brandschutzausschuss dem Samtgemeinderat zur Beschlussfassung einstimmig vorgeschlagen: ,Die Samtgemeinde Liebenau hat das Ziel, im bebauten Gemeindegebiet innerhalb der Risikofaktoren B3 und B4 innerhalb von zehn Minuten nach Notrufannahme der Feuerwehr mit einer Mindeststärke von neun Funktionen (im Additionsverfahren) und innerhalb von 15 Minuten nach Notrufannahme der Feuerwehr mit einer Mindeststärke von 18 Minuten mit einer auf das kritische Brand- oder Hilfeleistungsereignis ausgerichteten technischen Ausstattung einzusetzen.

Bei den Risikokategorien B1 und B2 beträgt die Mindeststärke innerhalb von zehn Minuten nach Notrufannahme sechs Funktionen (im Additionsverfahren) und innerhalb von 15 Minuten beträgt die Mindeststärke 18 Funktionen. Dies ist für 80 Prozent aller Einsätze sicher zu stellen.‘

Die notwendige Personal- und Sachausstattung der einzelnen Ortsfeuerwehren wurde aufgrund einer Risikoanalyse vom Gutachter ermittelt und festgelegt. Hier stehen in der Samtgemeinde in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen an. Wenn die vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden, ist für die nächsten fünf bis zehn Jahre eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende leistungsfähige Feuerwehr aufgestellt“, heißt es in der Pressemitteilung der Samtgemeinde.