Tatsächlich liegt der Beruf des Influencers, wie so mancher vermuten würde, nicht unter den Top-Traumberufen. Foto: expresswriters

Tatsächlich liegt der Beruf des Influencers, wie so mancher vermuten würde, nicht unter den Top-Traumberufen. Foto: expresswriters

Landkreis 02.08.2020 Von Nikias Schmidetzki

Lieber Lehrerin als Influencerin

Guten Tag

Endlich Ferien nach einem von Corona durcheinander gewirbelten Schuljahr. So viel die meisten Schülerinnen und Schüler auch zuhause waren, können sich die meisten nun ausruhen, ohne an Homeschooling zu denken.

Für viele heißt das aber auch, sich ernsthaft Gedanken um die berufliche Zukunft zu machen. Denn auch das kam in den vergangenen Monaten zu kurz. Die Agentur für Arbeit weist darauf hin, dass etwa Job- und Ausbildungsmessen ausgefallen sind und bietet nun spezielle Beratungen an.

Und da dürfte dann so manchem Jugendlichen klar werden, dass Influencer – nicht zu verwechseln mit der saisonal auftretenden Influenza – ebenso wenig ein klassischer Ausbildungsberuf ist wie eine Weiterbildung des beliebten Youtubers. Und selbst eine steile Karriere als Fußballprofi oder Pop-Diva ist nur den wenigsten vergönnt.

Aber tatsächlich sieht es so schlimm gar nicht aus mit den Vorstellungen der Jugend. Nach Angaben der OECD – das sind die mit der Pisa-Studie – stehen laut einer Erhebung aus der Vor-Corona-Zeit bei Jugendlichen Berufe hoch im Kurs, die schon seit Jahrzehnten etabliert sind und voraussichtlich auch noch lange Zeit vom Fortbestehen der Menschheit profitieren werden.

Mädchen wollen demnach am liebsten Lehrerin werden, gefolgt von Ärztin, Erzieherin, Psychologin (was offenbar nicht unter Ärztin fällt) und Krankenschwester. Bei Jungen ist der Hauptwunsch für die spätere Karriereleiter IT-Spezialist. Danach kommen Industrie- und Automechaniker, Polizist und dann auch der Beruf des Lehrers.

Da bekommen Kinder also immer früher Smartphones, nutzen Tablets wie selbstverständlich – und dann: wollen sie doch ehrenwerte Berufe ergreifen. Die Arbeitgeber im Landkreis dürfte das freuen. Besonders das Handwerk buhlt seit Jahren um Nachwuchs, bietet attraktive Modelle bis zur trialen Ausbildung, die ein Studium beinhaltet. Aber auch Industrie und Dienstleistung sind auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen.

In Deutschland gibt es weit mehr als 300 duale Ausbildungsberufe. Die Zahl selbst hat sich nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung in den vergangenen Jahren nicht maßgeblich erhöht. Die Ausbildung für die einzelnen Berufe sei aber inhaltlich an die neuen Entwicklungen angepasst worden, weil die Digitalisierung eben auch vor alteingesessenen Tätigkeitsfeldern nicht Halt macht.

Ach ja, immerhin: Ein paar Jungs wollen laut Umfrage doch Profisportler werden – man wird ja wohl noch träumen dürfen.

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Erstellt:
2. August 2020, 04:58 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 09sec

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