Mizgin Ciftci bei seiner Rede am Ernst-Thoms-Platz in Nienburg.Foto: Franz

Mizgin Ciftci bei seiner Rede am Ernst-Thoms-Platz in Nienburg.Foto: Franz

Nienburg 28.07.2021 Von Die Harke

Linken-Politker fordert in Nienburg: „Einheitsfront gegen den Faschismus bilden!“

Bundestagskandidat Mizgin Ciftci war zu Besuch, nahm an der Demo teil und führte danach Gespräche

Mizgin Ciftci, der für „Die Linke“ auf dem Listenplatz 4 in Niedersachsen für den Bundestag kandidiert, verknüpfte seinen Besuch in Nienburg mit der Teilnahme an der antifaschistischen Demonstration. In seinem Redebeitrag lobte er, dass der antifaschistische Kampf auch so engagiert im ländlichen Bereich geführt werde.

„Der Kampf gegen Nazis und Faschistinnen und Faschisten wird von uns allen geführt. Als kurdischer Aktivist weiß ich, wie es ist, gegen autoritäre Regime zu kämpfen. Wir müssen die Faschisten bekämpfen, egal ob sie einen Anzug tragen oder nicht“, erklärte er. „Was wir brauchen, ist eine geschlossene antifaschistische Einheitsfront.“

Nach der Demonstration folgte eine Besichtigung der Innenstadt und Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern. Ciftci, der aus Osterholz-Scharmbeck kommt, machte deutlich: „Aus den Gesprächen wird klar, dass auch im ländlichen Raum die sozialen Fragen unter den Nägeln brennen. Auch Nienburg braucht endlich einen bundesweiten Mietendeckel und einen vernünftigen sozialen Wohnungsbau, damit die Menschen mehr in der Tasche haben.“

Mehr für Jugendkulturförderung investieren

Im Gespräch mit Anne-Mieke Bremer stellvertretende Vorsitzende des Weserbeatz-Vereins und Mitglied im Landesvorstand der Linken sowie Kandidatin für den Stadtrat und Kreistag, wurde deutlich, dass dringend mehr für die Jugendkulturförderung investiert werden müsse. Die Veranstaltung Weserbeatz „Nazis aus dem Takt bringen“ sei dazu ein Beitrag, der nicht nur die Möglichkeit biete, sich klar gegen Faschismus zu positionieren, sondern auch noch einen kostenfreien Raum um die freie Zeit zu genießen, Jugendkultur zu leben oder aber sich auf Bühnen auszuleben.

Die Situation in Nienburg sei gerade für Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren sehr schwierig. Weder gebe es selbstverwaltete kostenfreie Räume, noch verfügbare Bandproberäume. Die Linke fordree daher, dass Nienburg endlich ein selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum erhalten müsse und ausreichend Bandproberäume geschaffen werden sollten, erklärte Bremer.

Weiterhin sehe sie mit Schrecken, dass die Festwiese in Zukunft überbaut werden solle. Dies lehne die Partei ab. „Die Festwiese muss als wichtiger und einzig praktikabler Veranstaltungsplatz erhalten bleiben und stattdessen aufgewertet werden, beispielsweise mit Begrünung und einer Grillhütte oder Ähnlichem. Grade jetzt erleben wir, wie wertvoll Erholungsräume im Freien sind“, führte Anne-Mieke Bremer weiter aus.

Weiterer Besuch in Nienburg für August angekündigt

Mizgin Ciftci sprang ihr dabei zur Seite: „Ländliche Regionen müssen attraktiv bleiben und brauchen daher eine gute öffentliche Infrastruktur, besseren kostenfreien Nahverkehr und eine lebendige Jugendkulturförderung. Daher müssen die Kommunen vor Ort besser finanziert wird, hier verbinden sich Bundespolitik und Kommunalpolitik.“

Ciftci sagte auch, wo das Geld für die Projekte herkommen solle: Von den Vermögenden und den Profiteuren der Corona-Pandemie. Mit der Linken würden die Kommunen finanziell besser ausgestattet werden, um die Aufgaben zu erfüllen, die eine lebendige und attraktive Kommune ausmachen, versprach Ciftici.

Noch für August kündigte Ciftci einen weiteren Besuch in Nienburg an, um mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt erneut ins Gespräch zu kommen.

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Erstellt:
28. Juli 2021, 10:00 Uhr
Lesedauer:
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