Der britische Musical-Komponist Andrew Lloyd Webber regt sich über den Umgang der britischen Regierung mit der Kulturszene während der Pandemie auf. Foto: Nigel French/PA Wire/dpa

Der britische Musical-Komponist Andrew Lloyd Webber regt sich über den Umgang der britischen Regierung mit der Kulturszene während der Pandemie auf. Foto: Nigel French/PA Wire/dpa

London 25.06.2021 Von Deutsche Presse-Agentur

Lloyd Webber: Regierung sieht Theater als Corona-„Opferlamm“

Der Komponist Andrew Lloyd Webber (73) hat den Umgang der britischen Regierung mit der Kulturszene in der Corona-Pandemie erneut massiv kritisiert. Die Regierung habe die Theaterbranche zum „Opferlamm“ gemacht, sagte Lloyd Webber („Cats“, „Das Phantom der Oper“) am Freitag dem Sender LBC.

Die Gesundheitsbehörde Public Health England habe „keinen Schimmer“, wie die Branche funktioniere. Der britische Komponist hat gemeinsam mit anderen Kulturschaffenden die Regierung auf Veröffentlichung der Testergebnisse von Corona-Pilotprojekten verklagt.

Es ist fast genau ein Jahr her, dass in seinem Theater London Palladium ein Testevent stattgefunden habe, sagte Lloyd Webber. Doch die Branche habe noch immer keine Informationen über die Ergebnisse erhalten. Es werde stets auf die Virusgefahr von Veranstaltungen in geschlossenen Räumen hingewiesen, dabei würden die Gebäude gut belüftet. „Aber stattdessen kann ein Pub seinen Garten öffnen und dort ein schlecht belüftetes Zelt aufstellen - natürlich werden die Infektionen zunehmen“, klagte Lloyd Webber. „Wenn das alles so ernst genommen würde, wie es sollte, dann müsste wieder alles geschlossen werden, und wir hätten fair behandelt werden können.“

Die Regierung zeigte Verständnis für den Ärger des Oscar-Gewinners, der Mitglied im britischen Oberhaus ist. Zugleich betonte ein Sprecher den Einsatz für die Kulturbranche während der Pandemie. Die Ergebnisse der Testevents würden veröffentlicht, bevor alle Corona-Maßnahmen aufgehoben werden. Dieser Schritt ist für den 19. Juli geplant. Theater dürfen seit dem 17. Mai wieder öffnen, aber maximal die Hälfte ihrer Plätze anbieten.

© dpa-infocom, dpa:210625-99-142262/2

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Erstellt:
25. Juni 2021, 13:39 Uhr
Lesedauer:
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