25.11.2012

Löwenbändiger oder Seelentröster

Der VHS sind Dozenten, die Kindern Nachhilfeunterricht erteilen möchten, stets willkommen

Von Edda Hagebölling

Landkreis. Sie müssen Löwenbändiger sein. Oder Sozialarbeiter. Oder Seelentröster. Aber sie haben auch viele schöne Begegnungen: die Dozenten, die im Auftrag der Volkshochschule Kindern helfen, die in der Schule nicht so gut klar kommen mit Mathe, Deutsch oder Englisch. Und sie müssen mobil sein. Denn die Kinder kommen nicht zu ihnen, sondern sie gehen zu den Kindern in die Schule. Ihr Einsatzgebiet reicht von Hoya bis Uchte und von Rodewald bis Wietzen. Jedenfalls theoretisch. Denn zum Einsatz kommen sie nur, wenn sie auch um Hilfe gebeten werden.

„Um Dozenten gezielt einsetzen und den Kindern helfen zu können, sind wir sehr auf die Zusammenarbeit mit der Schule angewiesen. Die Lehrkräfte wissen am besten, ob ein Kind Schwierigkeiten in der Schule hat und dringend auf eine Lernförderung angewiesen ist“, betont Dieter Labode, Leiter der Volkshochschule Nienburg.

Der Antrag auf kostenlose Lernförderung muss allerdings von den Eltern kommen. Den kostenlosen Nachhilfeunterricht gibt es seit Einführung des Bildungs- und Teilhabepaketes (BuT). Dieses sieht unter anderem vor, dass Kinder von Eltern, die von Hartz IV leben müssen und Schwierigkeiten in der Schule haben, kostenlos unterrichtet werden können. Allerdings ist die Genehmigung an den Hartz IV-Bescheid gekoppelt. Und der gilt immer nur für einen relativ kurzen Zeitraum. „Das ist im Grunde kontraproduktiv. Nicht selten haben sich die Kinder gerade erst an den Dozenten gewöhnt, müssen dann aber erst einmal wieder aussetzen, weil ein neuer Antrag gestellt werden muss“, berichtet Elke Wagner. Laut Labode ist sie das „Herzstück“ der Lernförderung. Auf ihrem Schreibtisch landen nicht nur die Anträge, sie koordiniert auch die Lerngruppen. Denn neben der Lernförderung aus BuT-Mitteln gibt es auch noch die vom Landkreis finanzierte Lernförderung. „Weil vom BuT nur die Bezieher von Hartz IV profitieren, viele Eltern aber trotz ihrer Berufstätigkeit so wenig Geld haben, dass sie sich einen regulären Nachhilfeunterricht nicht leisten könnten, hat der Landkreis auch einen Etat für kostenlose Lernförderung bewilligt“, so Dieter Labode.

„Und dann ist es eben ganz normal, dass der kleine Fritz mit Schwierigkeiten in Mathe dank des BuT in der gleichen Lerngruppe betreut wird, wie die kleine Ilse, die auch nicht so rechnen kann und aus dem Topf des Landkreises gefördert wird“, so Elke Wagner. Die Koordinatorin verschweigt aber auch nicht, dass die Förderung nicht in allen Fällen zu einem Happy End führt. „Manchmal stimmt die Chemie zwischen dem Dozenten und dem Schüler einfach nicht, manchmal ist der Schüler aber auch so unkontrollierbar, dass die Förderung erst einmal abgebrochen werden muss“, berichtet sie.

Ansprechpartnerin für die Dozenten ist Claudia Hiesemann-Wienkamp. Sie würde sich sehr freuen, wenn sich weitere Interessierte meldeten, die Kindern mit schulischen Schwierigkeiten helfen möchten.

Zu erreichen ist die VHS

unter 05021/967-600.

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Erstellt:
25. November 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 27sec

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