Nach der Erdung der Oberleitung konnte die Feuerwehr in das Innere der Lok eindringen. Henkel

Nach der Erdung der Oberleitung konnte die Feuerwehr in das Innere der Lok eindringen. Henkel

Nienburg 12.04.2018 Von Marc Henkel

Lokführer springt aus brennender Lok

Brennende Lok legt Strecke Hannover/Bremen still

Zu einem nicht alltäglichen Einsatz wurde die Ortsfeuerwehr Nienburg am Mittwoch, 11. April 2018, gegen 23:30 Uhr in den Nienburger Bahnhof gerufen.

Nach Angaben des Lokführers bemerkte dieser kurz vor Nienburg, dass ein heller Feuerschein aus der Mitte der Diesellok kam. Zeitgleich warnten entgegenkommende Züge den Lokführer per Funk über die Situation seiner Lok. Umgehend wurde der Notruf abgesetzt und die Notabschaltung der Lok eingeleitet. Noch vor dem Stillstand des Zuges, sprang der Lokführer ab.

Kurz bevor die Freiwillige Feuerwehr Nienburg am Einsatzort eintraf, kam die Lok, die mit leeren Waggons eine Länge von 550 Meter hatte, vor dem Nienburger Bahnhof zum Stehen. Zum Glück im Bereich des Parkhauses, so dass die Feuerwehr ziemlich nahe an die brennende Lok herankonnte.

Umgehend wurde mit Feuerlöschern der Brand von außen gelöscht und weitere Löschmöglichkeiten aufgebaut. Doch während der Löscharbeiten entdeckten die Einsatzkräfte, das größere Mengen Diesel aus der Lok austraten. So entschied man sich, den ABC-Zug des Landkreises, den Gefahrstoffzug Mitte und die Geräteeinheit der Kreisfeuerwehr zu alarmieren. Parallel versorgte der Rettungsdienst den Lokführer, der sich bei seinem Sprung Schürfwunden zuzog.

Da weitere Maßnahmen erst nach Abstimmung mit dem Notfallmanager der Deutschen Bahn getroffen werden durften, mussten die rund 80 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei längere Zeit auf dessen Eintreffen warten.

Nach dem Eintreffen des Notfallmanagers erfolgte die Erdung der Oberleitung, so dass die Einsatzkräfte in das Innere der Lok vorgehen konnten. Hier konnten sie jedoch keinen weiteren Brand bzw. keine weitere Leckage der Dieselleitung feststellen. Zum Binden des ausgetretenen Diesels brachten die Einsatzkräfte Bindemittel aus.

Nach rund drei Stunden konnte die Feuerwehr die Einsatzstelle an die Deutsche Bahn übergeben. Welche Auswirkungen das Feuer auf die Streckenverbindungen hat, konnte vor Ort nicht gesagt werden. Die Strecke Hannover/Bremen war während des gesamten Einsatzes komplett gesperrt.

Während des Wartens auf den Notfallmanager der Deutschen Bahn blieb die Lok unter Beobachtung. Henkel

Während des Wartens auf den Notfallmanager der Deutschen Bahn blieb die Lok unter Beobachtung. Henkel

Noch während die Feuerwehr das Innere der Lok erkundete, verschafften sich Bahnmitarbeiter über etwaige Schäden der Oberleitung. Henkel

Noch während die Feuerwehr das Innere der Lok erkundete, verschafften sich Bahnmitarbeiter über etwaige Schäden der Oberleitung. Henkel

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Erstellt:
12. April 2018, 09:41 Uhr
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