Matthias Brosch Die Harke

Matthias Brosch Die Harke

04.04.2016 Von Matthias Brosch

Lose und ihre Probleme

Von Matthias Brosch

Ob bei der Vergabe der Plätze des künftigen fünften Jahrgangs der Integrierten Gesamtschule erstmals das Los entscheiden muss, ist derzeit spekulativ. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch hoch, da die IGS in ihren ersten drei Jahren seit dem Start zum Schuljahr 2013/14 stets knapp um das unbeliebte Auswahlverfahren herumkam. Losentscheidungen haben immer einen Beigeschmack, da sich „Abgelehnte“ betrogen fühlen könnten. Dass der Notendurchschnitt in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht über einen Platz an der Gesamtschule entscheidet, kann darüber hinaus unlogisch wirken. Schließlich wünschten sich die IGS-Gründer mehr Chancengleichheit auf dem Bildungsweg. Zumindest beim Zugang blieb es beim Wunsch.

Ein IGS-Jahrgang stellt politisch gewollt den Leistungsquerschnitt seines Jahrgangs dar – und das führt dazu, dass Schüler mit guten Noten die Mehrheit stellen könnten, wenn sie diese Schulform wählen.

In der IGS Melle bekamen zum laufenden Schuljahr beispielsweise alle angemeldeten 50 Mädchen und Jungen mit Gymnasialempfehlung einen der 150 Plätze. Die 29 abgewiesenen Kinder kamen aus den anderen „Töpfen“. Der didaktische Leiter Olaf Kluge beobachtete in Melle bereits ein Phänomen: „Es gibt Eltern, die jetzt von vornherein skeptisch sind, ihre Kinder hier anzumelden, weil sie sie nicht enttäuschen wollen, wenn sie abgelehnt werden.“

Es ist zu hoffen, dass in Nienburg die Zahl der Enttäuschten gering bleibt.

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Erstellt:
4. April 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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