Inzwischen geht es dem Luchsweibchen wieder so gut, dass es nach einem Aufenthalt in der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen bald wieder in die Freiheit entlassen werden kann. Foto: Anders/Nationalpark Harz

Inzwischen geht es dem Luchsweibchen wieder so gut, dass es nach einem Aufenthalt in der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen bald wieder in die Freiheit entlassen werden kann. Foto: Anders/Nationalpark Harz

Sachsenhagen 02.04.2020 Von Die Harke

Luchsweibchen kehrt in den Harz zurück

Pflege in der Wildtierstation Sachsenhagen / Tier war von Mutter getrennt und schlecht ernährt

Dass es einer jungen Luchsin aus dem Harz heute wieder so gut geht, dass sie bald in die Freiheit entlassen werden kann, ist zu großen Teilen das Verdienst der Wildtierstation Sachsenhagen. Anfangs sah es für das Tier gar nicht gut aus. Bereits im vergangenen November hatte die Geschichte ihren Anfang genommen.

Mit großer Unterstützung durch die örtliche Bevölkerung und die Polizei gelang es Ole Anders, Luchsbeauftragter des Nationalparks Harz, damals das junge Tier bei Wolfshagen im Harz einzufangen. Das damals knapp ein halbes Jahr alte Tier hatte offenbar keinen Kontakt mehr zu seiner Mutter und war zuvor mehrmals mitten im nahen Ort Lautenthal beobachtet worden.

„Mit einem Narkosegewehr gelang es, das nur fünf Kilogramm schwere Weibchen zu betäuben. Allein wäre es ohne jede Chance gewesen, den bevorstehenden Winter zu überleben“, berichtet Dr. Florian Brandes, Leiter der Wildtier- und Artenshutzstation Sachsenhagen. Nach einem kurzen Aufenthalt im Nationalpark Luchsschaugehege kam das Tier in die Einrichtung im Landkreis Schaumburg.

„Dies gestaltete sich jedoch dramatischer als zunächst angenommen“ berichtet Dr. Brandes. Denn kaum war der Luchs eingezogen, deutete ein routinemäßiger Bluttest darauf hin, dass das Jungtier unter einer schweren Infektionskrankheit leiden könnte, die sein Schicksal wohl besiegelt und die Rückkehr in die Freiheit zum Schutz der wildlebenden Luchspopulation unmöglich gemacht hätte.

Mit einem Narkosegewehr gelang es, das nur fünf Kilogramm schwere Weibchen zu betäuben. Allein wäre es ohne jede Chance gewesen, den bevorstehenden Winter zu überleben.

Dr. Florian Brandes, Leiter der Wildtier- und Artenshutzstation Sachsenhagen

Anders und Brandes wollten das Ergebnis jedoch nicht einfach so akzeptieren. Sie nahmen Kontakt zu Experten auf und ließen nach Absprache weitere Tests durchführen, bis am Ende klar war: Der junge Luchs ist abgesehen von einem schlechten Ernährungszustand gesund.

Aufgrund der guten Pflege in Sachsenhagen hat sich auch dieser inzwischen deutlich gebessert und mittlerweile ist die kleine Luchsin wieder in den Harz zurückgekehrt, teilte Fachtierart Brandes weiter mit.

„Die Luchsin hat nun eine gute Chance, in einigen Wochen wieder in die Harzer Wälder entlassen zu werden“ sagt Ole Anders. Das allerdings könnte der schwerste Teil der langen Reise dieses Tieres werden, denn dann erst wird sich entscheiden, ob es in der Lage ist, sich selbst mit Nahrung zu versorgen und sich in der Freiheit zu behaupten.

Es ist vorgesehen, die Luchsin vor dem Start in ihr neues Leben mit einem Halsbandsender auszustatten, um ihre Wege und ihre weitere Entwicklung zu verfolgen.

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Erstellt:
2. April 2020, 09:06 Uhr
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