Entlang der B61 wird zwischen Uchte und Heerde/Kuppendorf Platz für einen Radweg geschaffen.Foto: Büsching

Entlang der B61 wird zwischen Uchte und Heerde/Kuppendorf Platz für einen Radweg geschaffen. Foto: Büsching

Uchte 10.07.2020 Von Annika Büsching

Lückenschluss ist absehbar

Radweg zwischen Uchte und Heerde nimmt Form an

In einem Jahr sollen Radfahrer entlang der Bundesstraße 61 von Uchte bis nach Kirchdorf radeln können.

Derzeit wird kreisübergreifend ein fast acht Kilometer langer Radweg zwischen Uchte und Heerde/Kuppendorf gebaut. „Bauende ist, wie geplant, im Mai 2021“, teilt Uwe Schindler als Leiter der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Nienburg, mit.

Bisher fehlte dieses Stück des Radweges. Radler und auch Fußgänger nutzen deshalb die Fahrbahn oder den Straßenseitenraum. Das ist gefährlich, denn die B61 ist als Nord-Süd-Achse zwischen dem Raum Bremen und dem Westfälischen viel befahren, insbesondere durch Schwerlastverkehr.

Der Radweg soll den schwächsten Verkehrsteilnehmern mehr Sicherheit bieten. Kritiker monieren, selbige könnten eben so gut parallel zur Bundesstraße verlaufende Gemeindestraßen und/oder Feldwege nutzen. Der Planungsauftrag für den Lückenschluss datiert auf das Jahr 2006. Verkehrsmessungen aus den Jahren 2000 bis 2010 zeigten einen deutlichen Anstieg des Kraftfahrzeugaufkommens im Planungsgebiet.

Die Bauarbeiten laufen seit einigen Wochen. Der alte Radweg in Höhe Heerde ist abgefräst, um ihn zu verbreitern. Der Oberbodenabtrag ist von Heerde bis Höhe Rauher Busch erfolgt. Mit Großgeräten sind die beauftragten Firmen vor Ort, dabei kommt es immer wieder zu Behinderungen des laufenden Verkehrs.

Die Geschwindigkeit ist in Teilbereichen reduziert. Die Heimatzeitung erreichten Anfragen von Verkehrsteilnehmern, die eine verwirrende Beschilderung ausgemacht hatten. Diese Beschwerden seien auch bei der Straßenbaubehörde eingegangen, berichtet Schindler.

Es sei Abhilfe geschaffen worden: „Die Beschilderung wird nur noch in dem aktuell betriebenen Bauabschnitt zu Baubeginn auf- und zum Feierabend wieder abgebaut“, so der Geschäftsbereichsleiter.

Der Bau des Radweges bedeutet einen großen Eingriff in die Natur. So sind im vergangenen Jahr 12500 Quadratmeter Wald allein für den neuen Radweg gerodet worden, hinzu kommen 5000 Quadratmeter in einem Bereich, in dem die Landesforsten eine Waldrandgestaltung vornehmen wollen.

Schindler erläutert, dass die Kompensationsmaßnahmen nach Fertigstellung umgesetzt werden, also nicht vor Mai 2021. Dann werden rund 60 Einzelbäume heimischer Arten entlang der Strecke gepflanzt. Angelegt werden nahe der Strecke außerdem rund 4000 Quadratmeter Landschaftsgehölz und 700 Quadratmeter Staudenflur.

Bereits (teil-)realisiert sind die Aufforstung von etwa 15.000 Quadratmetern Laubwald in beiden Landkreisen und die Beteiligung an einer Maßnahme zur Biotopvernetzung von Amphibienlebensräumen in Anderten. Vorgesehen ist zudem eine Ersatzgeldzahlung von 63.000 Euro. Während des Baus achtet eine Umweltbaubegleitung darauf, dass weitere Vorgaben aus den natur- und umweltfachlichen Gutachten eingehalten werden, dabei geht es zum Beispiel um den Baumschutz.

Die Baukosten für die vom Bund finanzierte Maßnahme liegen nach Angaben Schindlers bei rund 2,118 Millionen Euro, hinzu kommen Grunderwerbskosten in Höhe von 401000 Euro und rund 375000 Euro für die landespflegerischen Maßnahmen.

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Erstellt:
10. Juli 2020, 18:42 Uhr
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