Die Kitas kehren langsam zum Normalbetrieb zurück. Foto: akira_photo - stock.adobe.com

Die Kitas kehren langsam zum Normalbetrieb zurück. Foto: akira_photo - stock.adobe.com

Rehburg-Loccum 09.07.2020 Von Heidi Reckleben-Meyer

„Luftbrücke“ und drei neue Erzieherinnen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie am Beispiel von Kitas und Ferienpass

Dem Ausschuss für Soziales, Jugend und Sport der Stadt Rehburg-Loccum gab Birgit Völlers aus dem Fachbereich Soziale Angelegenheiten und Zentrale Dienste in der jüngsten Sitzung einen Coronasachstandsbericht zu den Einrichtungen, die im Geschäftsbereich des Ausschusses liegen. Das betrifft neben den Kindertagesstätten, die Sporthallen, Sportplätze, Bäder, die Jugendpflege und auch das Familien-Servicebüro.

„Seit der zwölften Kalenderwoche gilt seitens des Landes Niedersachsen ein generelles Betreuungsverbot in den Kindertagesstätten, parallel dazu wurde der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz sowie die Vorschriften des Kita-Gesetzes außer Kraft gesetzt“, machte Birgit Völlers deutlich.

Als erste Maßnahme wurden vom 16. März an Notgruppen mit maximal fünf Kindern in den Kitas bei Bedarf eingerichtet, sofern die Eltern ihre Systemrelevanz nachweisen konnten. In den elf Betreuungseinrichtungen wurden stadtweit zunächst nur 15 Kinder in acht Notgruppen betreut, in den folgenden Wochen stieg die Zahl der Anmeldungen stetig an: am 18. Mai waren es bereits 120 Kinder in 17 Notgruppen und seit 22. Juni mit der Rückkehr zum eingeschränkten Regelbetrieb, werden 277 Kinder in 18 Notgruppen undzwei Spielgruppen betreut.

Etwa im 14-tägigen Rhythmus haben sich die Vorschrift für die Notgruppen geändert, in dieser Zeit hatten die Leitungen, Beschäftigten, die freien Träger und vor allem die Eltern einen hohen Beratungs- und Auskunftsbedarf. Die Stadt nutzte die unterschiedlichsten Wege, um alle Betroffenen auf dem Laufenden zu halten.

Durch die Kitas wurde von Anfang an eine sehr gute „Luftbrücke“ zu den zu Hause betreuten Kita-Kindern gebaut, wobei die Form und die Häufigkeit dieser „Luftbrücke“ von jeder Einrichtung selbst gewählt wurde. Das Kita-Personal wurde in dieser Zeit angehalten, so viel Urlaub und Zeitausgleich zu nehmen wie möglich, um nach Wiederöffnung der Kitas für die Betreuung der Kinder zur Verfügung zu stehen.

In diesem Zusammenhang wurde in Absprache mit dem Kita-Personal die Urlaubsplanung überdacht und die generelle Sommerschließzeit der Kitas ausgesetzt und an die Bedürfnisse der Sorgeberechtigten angepasst.

Risikobeschäftigte wurden aus dem Gruppendienst genommen und konnten zum Beispiel im Homeoffice arbeiten. „Aufgrund der Coronabeschränkungen konnten drei ausgeschriebene Erzieherstellen vorzeitig besetzt werden, weil die Absolventinnen die sonst vorgeschriebene Praxisprüfung nicht ablegen durften und dadurch einen Monat früher fertig ausgebildet waren. Diese drei jungen Fachkräfte unterstützten jetzt vor allem die Einrichtungen mit Risikobeschäftigten bei der Betreuung in den Notgruppen.

Nach Aufnahme des eingeschränkten Regelbetriebs am 22. Juni wurde aus allen Kitas zurückgemeldet, wie glücklich die Kinder über diese Rückkehr zum fast „Normalzustand“ waren und sind.

Im Bereich der Jugendpflege war von der Untersagung der Aktivitäten auch der Ferienpass betroffen, nachdem immer mehr Vereine aufgrund der Hygiene- und Abstandsauflagen abgesagt hatten.

Die Stadtjugendpflege hat sich daraufhin bereiterklärt, einen „Ferienpass light“ aufzustellen, damit die Kinder und Jugendlichen mindestens ein kleines Angebot in den Sommerferien haben. So kamen jetzt 31 Veranstaltungen zustande, die zu 75 Prozent von der Stadtjugendpflege angeboten werden, die weiteren acht Angebote bieten Vereine an.

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Erstellt:
9. Juli 2020, 05:43 Uhr
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