Der Warmser Heinz Knefelkamp hat die Bienenwohnungen nach neuesten Erkenntnissen angefertigt. Knefelkamp

Der Warmser Heinz Knefelkamp hat die Bienenwohnungen nach neuesten Erkenntnissen angefertigt. Knefelkamp

Warmsen/Hauskämpen 09.07.2019 Von Die Harke

Luxuswohnungen fürs Bienenvolk

BUND-Projekt in Hauskämpen um Lehrstand ergänzt / Naturnahe Bienenhaltung fördern

Für den geplanten Lehrbienenstand der BUND-Kreisgruppe Nienburg im BUND-Projekt für Umweltbildung in Warmsen-Hauskämpen sind nun die ersten Bienenwohnungen fertig geworden. Gebaut hat diese Heinz Knefelkamp von der BUND-Ortsgruppe Uchte. „Diese Wohnungen sind nach den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen für eine naturgemäße und dem Wesen der Bienen entsprechende Haltung gebaut“, betont der Warmser.

Zur Entwicklung haben der Verein „Mellifera“ sowie die Bienenforscher Professor Tautz und Torben Schiffer beigetragen. Heinz Knefelkamp verfügt nach eigenen Angaben über eine mehr als 50-jährige Erfahrung mit der Bienenhaltung, seit 25 Jahren betreibt er in Warmsen am Großen Moor einen eigenen Betrieb.

Die Varoabekämpfung erfolge ohne viel Chemie und ohne Säuren. „So kamen in erster Linie Rhabarberblätter, Kapuzinerkresse und ein Thymolextrakt zum Einsatz, um die lästigen Milben zu reduzieren. Auch das Erlauben von Schwärmen und das Arbeiten mit Großraumbeuten haben eine naturnahe Bienenhaltung gefördert“, erläutert Knefelkamp.

Die neuen Bienenwohnungen seien durch eine Vielzahl an Neuerungen, die das natürliche Leben der Bienen berücksichtigen, quasi Luxuswohnungen. „Besonders gefällt uns, dass jetzt auf der Umweltbildungsfläche in Warmsen-Hauskämpen Kinder und Jugendliche Einblicke in das Leben der Bienen bekommen“, freut sich Sascha Traue, der Leiter des BUND-Projekts in Warmsen.

Eine Besonderheit birgt die Bienenwohnung noch durch ihre Bücherskorpion-Tauglichkeit. Der Bücherskorpion war vermutlich seit Jahrmillionen nützlicher Begleiter der Bienen. Er ernährt sich von Milben, eben auch der Varoamilbe, die Bienen schädigt. Er braucht aber auch Rückzugsmöglichkeiten im Bienenstock. Hierfür ist die Innenseite des Klimadeckels, der Trennwand und die Vorderseite mit einer Strohschicht ausgekleidet. Am Boden befindet sich noch ein Schubkasten der mit Moos, Holzspänen oder Rinde gefüllt ist.

„Auch wenn diese neu entwickelten Bienenwohnungen die Bedürfnisse der Bienen berücksichtigen, werden im praktischen Gebrauch und bei guter Beobachtung sicherlich noch kleine Änderungen notwendig werden“, teilt die BUND-Ortsgruppe Uchte mit.

Weil die Lebensbedingungen für Bienen besonders durch eine zu intensive Landwirtschaft und andere Umweltbelastungen erschwert würden, müsse weiterhin daran gearbeitet werden, „dass ein Leben für Insekten, Vögel und andere tierische Mitbewohner auf unserem Planeten möglich ist“, heißt es aus der Gruppe.

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Erstellt:
9. Juli 2019, 04:37 Uhr
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