Helge Nußbaum DH

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Kolumne 26.03.2017 Von Helge Nußbaum

Mach et jut, mein lieber Poldi

Was hat man in der vergangenen Woche nicht alles über Lukas Podolski gelesen. Der „Kölsche Jung“ geht, „der Spaßvogel“ verlässt die Fußball-Nationalmannschaft. „130 Länderspiele, 48 Tore“, so hatte DFB-Präsident Reinhard Grindel unseren Poldi vor dem Freundschaftsspiel am Mittwoch gegen England verabschiedet. Da hatte er die Rechnung aber ohne den 31-Jährigen gemacht, der es sich nicht nehmen ließ, bei seinem letzten Auftritt im Dress mit dem Adler auf der Brust wahrscheinlich sein zwölftes Tor des Monats zu erzielen. Damit schickte er die Briten mit einem 0:1 zurück auf ihre Insel. Was ein Abschied! Wahrscheinlich haben es ihm aber sogar die Engländer gegönnt, der englische Keeper Joe Hart beglückwünschte Podolski jedenfalls nach dem Spiel. Was haben wir nicht alle für Momente mit ihm erlebt, ihn gefeiert, ihn besungen. 13 Jahre Nationalelf und gestern Abend das erste Spiel nach „Poldi“ gegen Aserbaidschan. Irgendwie habe ich ihn vermisst, auch wenn er zuletzt nur noch von der Bank ins Spiel kam. Ihm war immer zuzutrauen, noch etwas zu bewegen.

Wie gern erinnere ich mich an die Heim-WM 2006 zurück. Podolski war einer meiner Helden. Vier Spiele der DFB-Elf durfte ich damals live im Stadion verfolgen. „Lululu Lukas Podolski“, schallte es in fast jeder deutschen Arena und auch am Mittwoch in Dortmund brandete dieser Schlachtruf der deutschen Fans ein ums andere Mal auf. Bei Podolskis Traumtor in der 69. Minute gegen England bekam ich eine Gänsehaut; ich bin wohl nicht der einzige in Fußball-Deutschland gewesen, der völlig verzaubert war. Diesem bodenständigen, grundehrlichen Kerl sei es einfach gegönnt einen solchen Abschluss zu haben. Poldi, auch wenn Du aller Voraussicht nach nicht diese Zeilen in der HARKE lesen wirst: Danke für die Zeit, ich werde dich vermissen. Viel Spaß in Japan!

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Erstellt:
26. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 56sec

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