Alya Hassan erzählt Nurten Akan ihre Geschichte. Privat

Alya Hassan erzählt Nurten Akan ihre Geschichte. Privat

Nienburg 21.01.2017 Von Die Harke

Mädchen dürfen nicht zur Schule

CJD-Projekt „Willkommen in Nienburg“ / Heute ein Bericht von Alya Hassan aus Syrien

In der heutigen 17. Folge im Rahmen des vom 51804 (BAMF) geförderten [DATENBANK=626]CJD[/DATENBANK]-Projekts „Willkommen in Nienburg“ berichtet Alya Hassan über ihr Leben in Syrien und ihr Flucht nach Deutschland. Das Gespräch führte CJD-Mitarbeiterin Nurten Akan. Sie schreibt: Ich heiße Alya Hassan und bin 30 Jahre alt, verheiratet und komme aus der Stadt Qamischli in Syrien. Ich bin eine kurdische Frau.

Vor einem Jahr bin ich nach Deutschland gekommen. In meiner Heimat habe ich mir den Beruf der Friseurin angelernt.

Einer meiner Gründe für die Ausreise nach Deutschland war, dass es in der Heimat zwar Rechte für Frauen gab, wir Frauen diese Rechte aber in Wirklichkeit nicht hatten, Mädchen durften nicht in die Schule gehen, die Frauenrechte existierten faktisch nur auf dem Papier.

Ich als Frau und sicher noch viele andere Frauen mit mir haben sehr unter dieser Situation gelitten. Wir durften nicht so leben, wie wir es uns als Frauen gewünscht hätten, ein normales Leben, ein lebenswürdiges Leben zu führen. Nicht einmal ein Gang in die Stadt war möglich. Eine „gute Frau“ war nur im Haushalt tätig und hielt sich im Hintergrund, alles andere war nicht „ normal“. Ich wurde von meinen Eltern sehr selbständig erzogen, aber leider waren wir als Kurden in dem Land, wo ich her komme nicht willkommen. 

Nachdem im Jahr 2014 viele Menschen ums Leben gekommen sind und der Krieg mit IS begann, habe ich mich entschlossen, alleine nach Deutschland zu reisen. Mein zukünftiger Ehemann ist bereits im Jahr 2014 nach Deutschland gekommen. Bis ich hier ankam habe ich sehr viele schlechte Tage gehabt. Ich habe zum Beispiel viele Nächte alleine draußen schlafen müssen, ich hatte kein Essen ,und mir wurden Geld und Teile meines Schmuckes gestohlen. Mit den verbliebenen Schmuckstücken habe ich mir meine weitere Flucht erkaufen müssen.

Als ich dann hier in Nienburg ankam und mein zukünftiger Ehemann vor Ort war, war ich erstmal sehr glücklich darüber.

Zurzeit lebe ich in Stolzenau und bin darüber froh, dass die Frauen hier in Deutschland viele Rechte haben. Momentan gehe ich zur Schule, um die deutsche Sprache zu lernen und arbeite nebenbei.

Darüber hinaus bin ich sehr glücklich, dass ich hier in Niedersachsen in Sicherheit lebe. Ich bedanke mich bei allen ehrenamtlichen Helfern, die mir bis heute geholfen haben.

Das Begegnungscafé der Nienburger Kirchengemeinde [DATENBANK=1721]St. Martin[/DATENBANK] findet wieder am Dienstag, dem 24. Januar, um 16 Uhr im Kulturwerk in der Mindener Straße in Nienburg statt. Alle sind willkommen.

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Erstellt:
21. Januar 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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