Loccum 11.02.2019 Von Die Harke

Männerrunde setzt auf Heimathistorie

Vortrag zu den „Heidebauern“ stößt auf große Resonanz / Feuerwehr soll am 6. März Thema sein

Die Loccumer Männerrunde hat abermals jemanden eingeladen, der umfassende Kenntnis von der Umsiedlung der sogenannten „Heidebauern“ im Jahre 1936 aus der Lohheide vom Gelände des heutigen Truppenübungsplatzes Bergen hat: Hans-Hermann Carstensen, der in die Familie von Carl Brammer eingeheiratet hat, war jüngst zu Gast. Dass das nicht nur Interesse bei Männern in Loccum weckte, sondern auch in anderen Dörfern, zeigte die große Teilnehmerzahl. „Auch in Zukunft will man mehr auf Themen zurückgreifen, die Ereignisse aus der Loccumer Geschichte zum Thema haben. So soll zum Beispiel schon beim nächsten Frühstück am 6. März die Loccumer Feuerwehr ein Thema sein“, teilt die Männerrunde mit.

Carstensen ging zunächst auf die Entstehungsgeschichte der drei Höfe Carl Brammer, Heinrich Brammer und Karl Helberg ein, die in Manhorn bei Celle bereits im 15. Jahrhundert entstanden waren. Schon 1584 wird davon berichtet, dass die drei Höfe zusammen sieben Pferde, 87 Rinder, 22 Schweine 400 Schafe und 190 Bienenstöcke hatten. Dies war auch dem engen Zusammenhalt der Besitzer geschuldet, denen nachgesagt wird, ihr Motto sei „Nachbarschaft geht vor Verwandtschaft“ gewesen.

Anfang der 1930er-Jahre begann die Wehrmacht mit der Planung, in dem Gebiet der Heide bei Celle einen Truppenübungsplatz einzurichten. Das führte 1936 dazu, dass fast 7.000 Personen umgesiedelt werden mussten – auch die drei genannten Höfe. Ihre Bemühungen, verschont zu bleiben, waren erfolglos. Der Umzug war für alle Beteiligten eine gewaltige Aufgabe, denn insgesamt bewirtschafteten die drei Familien mehr als 1.500 Hektar Land. Die Familie Heinrich Brammers hatte erst 1925 in Manhorn neu gebaut und ließ deshalb die Gebäude komplett abbauen und wieder neu errichten. Doch schon Weihnachten 1936 war alles erledigt.

Noch heute wird in Berichten davon geschrieben, dass die Loccumer Bevölkerung und Firmen tatkräftig halfen. Weil auch das bei den drei Familien in Manhorn beschäftigte Personal seine dortige Heimat verlassen musste, haben die meisten davon sich im hiesigen Bereich niedergelassen und auf ihrem jeweiligen Hof auf ihrem angestammten Posten weiter gearbeitet. Das war für die Höfe eine große Hilfe.

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Erstellt:
11. Februar 2019, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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