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Le Corps de Ballet in „Der Nussknacker“ am Dienstagabend im Theater. Foto: von Sohl

Le Corps de Ballet in „Der Nussknacker“ am Dienstagabend im Theater. Foto: von Sohl

Nienburg 28.11.2019 Von Uta Von Sohl

Märchenhafte Bilder und Tanzkunst

„Nussknacker“ lieferte eindrucksvolle Tanzkunst

Mit märchenhaften Bildern und eindrucksvoller Tanzkunst gastierte das russische Staatstheater für Oper und Ballett Ufa unter der Ägide des Russischen Ballettfestivals Moskau in Nienburg und präsentierte einen faszinierenden Ballettabend voller Märchenzauber, Anmut und Grazie.

„Nussknacker und Mäusekönig“ von E. T. A Hoffmann, 1816 als Erstabdruck in einem ersten Sammelband „Kinder-Mährchen“ veröffentlicht, ist die sehr romantisch-literarische Vorlage zu Tschaikowskis fantasievollem Ballett „der Nussknacker“ , bei dem Tanz und Musik schönster Ausdruck eines Zusammenspiels von Traum und Wirklichkeit bedeutet.

Marius Petipa und Wassili Wainonen lieferten mit ihren Notationen die klassische Vorlage zu dieser Aufführung. Sie gelten auch heute noch als Repräsentanten des Goldenen Zeitalters des russischen Balletts und erlauben dem Zuschauer, die Schönheiten der Vergangenheit mit den Augen der Gegenwart zu betrachten.

„Der Nussknacker“ im Nienburger Theater. Foto: von Sohl

„Der Nussknacker“ im Nienburger Theater. Foto: von Sohl

Schon das Eintreffen der geladenen Gäste ist ein kleines Meisterwerk in der optischen Vielfalt unterschiedlicher Personengruppen, in entzückend stilvollen Kostümen und Bewegungsabläufen, die sich nach einem geschickten Dekorationswechsel im Salon des Hauses unter der festlich geschmückten Riesentanne fröhlicher Ausgelassenheit in höfischer Eleganz hingeben werden. Die umwerfende Präsenz des Ensembles, das in einem lebensprallen Genrebild stets die bedeutungsvolle Schönheit mit dem reizvollen Märchenzauber zu vereinen wusste, zog das begeisterte Publikum sofort staunend in seinen Bann.

Das weihnachtliche Geschehen dreht sich um die kleine Marie, die von ihrem Onkel jenen Nussknacker geschenkt bekommt, der sie in ihre eigene Traumwelt führen wird, in der Zinnsoldaten, Mäuse, ein angsteinflößender Zauberer und vor allem der Traumprinz zu tänzerischem Leben erwachen werden.

„Der Nussknacker“ im Nienburger Theater. Foto: von Sohl

„Der Nussknacker“ im Nienburger Theater. Foto: von Sohl

Es gibt dramatische Szenen wie den bedrohlich wirkenden Nocturne-Auftritt der Mäuse, die im Stile von Mary Wigman ein wenig an modernes Tanztheater erinnern und sich einer Armee von wehrhaften Bilderbuchsoldaten ergeben müssen.

Die Kulmination größten Ausdrucks erfolgte nach einem raschen Dekorationswechsel mit dem klassischen Pas de deux von Marie (Lilija Sajnigabdinowa) und ihrem nun in einen Prinzen (Ruslan Abulchanow) verwandelten Nussknacker. Mit welcher Eleganz, mit welcher (scheinbaren) Leichtigkeit zeigten diese Solisten ihr spektakuläres Können und die kraftvolle Magie ausdrucksvollen Tanzes.

Mit dem Schneeflockenwalzer, der wie die gesamte Tschaikowski-Komposition durch Lautsprecher (die anfangs ihrem Namen leider alle Ehre machten) eingespielt wurde, brillierte die gesamte Compagnie mit berückender Leichtigkeit. Präzision und Eleganz im schneeweißen Tüll- Tutu und die Grazie der klassischen Ballerina schufen einen weißen Wintertraum.

„Der Nussknacker“ im Nienburger Theater. Foto: von Sohl

„Der Nussknacker“ im Nienburger Theater. Foto: von Sohl

Nach dem traditionell spanischen Tanz, dem arabischen der Haremsdamen aus 1001 Nacht, dem skurril-neckischen chinesischen und schließlich dem kraftvoll-russischen Tanz, bei dem der Ballerino mit Sprüngen à la Nurejew den spontanen Jubel des Publikums entfachte, wurden weitere Höhepunkte höchster akademischer Tanzkunst gezeigt, entstehend aus großen choreographischen Bildern. Blumenwalzer und der Tanz der Zuckerfee, das waren Preziosen getanzter Anmut und reizvoll suggestiver Kraft in absoluter Perfektion.

Begeisterter Applaus für eine Aufführung der Extra-Klasse und eine sentimental-festliche Einstimmung auf die Weihnachtszeit.

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Erstellt:
28. November 2019, 10:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 26sec

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