Auf dieser Grünfläche soll das neue Mahnmal entstehen.  Stadt Nienburg

Auf dieser Grünfläche soll das neue Mahnmal entstehen. Stadt Nienburg

Nienburg 15.04.2019 Von Die Harke

Mahnmal am Weserwall

Stadtrat beauftragt Arbeitskreis „Gedenken“ / Finanzierung soll über Spenden erfolgen

Der Rat der Stadt Nienburg hat den Arbeitskreis „Gedenken“ beauftragt, die Gedenkstätte am Weserwall um ein Mahnmal für alle NS-Opfergruppen zu ergänzen. Dort erinnern das Denkmal der „Trauernden“ an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs sowie zwei weitere Steinmonumente an die Opfer des Zweiten Weltkriege und an die Opfer von Gewalt und Vertreibung. Es gebe bisher kein repräsentatives Mahnmal in der Stadt, das an zentraler Stelle und in angemessener Weise an alle Nienburger Opfer des Nationalsozialismus erinnern würde. Diese Lücke in der Gedenkkultur Nienburgs sei von Vertretern der Opfergruppen, aber auch von Kommunalpolitikern und der Zivilgesellschaft wiederholt beklagt worden. Auf der Rasenfläche zwischen dem Weserwall und den Denkmalen soll das Mahnmal für alle NS-Opfergruppen entstehen. Das Mahnmal lehnt sich in der Gestaltung an das Friedensmahnmal an der Erichshagener Corvinus-Kirche an. Auf einem gepflasterten Rondell sollen vier gläserne Stelen Widmungen an die verschiedenen Opfergruppen tragen.

Außerdem werden Namenstafeln der Nienburger Opfer mit ihren Lebensdaten an der Mauer angebracht, die den Erinnerungsort zwischen dern„Trauernden“ und den bestehenden Steinmonumenten gliedert. Auf diese Weise sollen den künftigen Besucher sowohl die Zusammenhänge der Verfolgung durch das NS-Regime wie auch das individuelle Leid der von dieser Verfolgung betroffenen Menschen bewusstgemacht werden. Im Zuge der Neugestaltung werde die zentrale Gedenkstätte durch die Anlage von Zuwegungen und die Errichtung von Informationstafeln besser begehbar und verständlich gemacht.

Ziel sei ein Erinnerungsort, der Gedenken und Lernen miteinander verbinde und allen Altersgruppen die Auseinandersetzung mit Krieg, Verfolgung und NS-Verbrechen zugänglich mache.Gleichzeitig werde eine zeitgemäße Gestaltung der offiziellen Gedenktage bis hin zum „Volkstrauertag“ erleichtert.

Die Ergänzung und Neugestaltung der Zentralen Gedenkstätte am Weserwall werde rund 15000 Euro kosten und soll weitestgehend durch Sponsoren und Spenden getragen werden.

Der Arbeitskreis „Gedenken“ bittet deshalb um Spenden für das Vorhaben. „Wir sprechen alle Nienburger Unternehmen ebenso an wie die Bevölkerung allgemein“, sagt dazu der Vorsitzende des Arbeitskreises, Thomas Gatter. Das würde zeigen, dass die Zielsetzung der Erinnerungskultur in der Stadtgesellschaft verankert sei, und es würde ein nachhaltiges Zeichen gegen die Diffamierungsversuche des Gedenkens durch rechtspopulistische Kreise gesetzt werden. DH

Der Arbeitskreis bittet um Spenden per Überweisung auf das Konto mit der IBAN: DE26 2565 01060036335503 bei der Sparkasse Nienburg, BIC: NOLADE21NIB, gegebenenfalls unter Angabe der Anschrift, damit eine Spendenquittung ausgestellt werden kann.

Zum Artikel

Erstellt:
15. April 2019, 08:19 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 12sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.