Das Mahnmal in Lichtenhorst soll saniert werden. Darüber tauschten sich am Mahnmal (von links) Fritz Heyer, Knut Hallmann, Bernhard Langenkamp (Pressewart Heimatverein Lichtenhorst) und Friedrich Leseberg aus. Foto: Heckmann

Das Mahnmal in Lichtenhorst soll saniert werden. Darüber tauschten sich am Mahnmal (von links) Fritz Heyer, Knut Hallmann, Bernhard Langenkamp (Pressewart Heimatverein Lichtenhorst) und Friedrich Leseberg aus. Foto: Heckmann

Lichtenhorst 13.06.2020 Von Die Harke

Mahnmal soll saniert werden

Gegen das vergessen: Jeder fünfte Lichtenhorster fiel im Zweiten Weltkrieg

Lichtenhorst ist ein idyllisches Dörfchen mit einer noch kurzen, aber bewegten Geschichte. Fast im Zentrum erinnert ein Mahnmal an die Männer, die im Zweiten Weltkrieg fielen. Es sind erschreckend viele: 37 Namen hat Fritz Heyer, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins, gezählt. Gut jeder fünfte männliche Einwohner starb als Soldat in Hitlers Krieg.

Steimbkes Samtgemeindebürgermeister Knut Hallmann findet Krieg und das Leid, das er über die Menschen bringt, schlicht „pervers“. Friedrich Leseberg, Bürgermeister von Steimbke, zu dem auch das 350 Einwohner zählende Lichtenhorst gehört, blättert nachdenklich in einer Art Dorfchronik, in der sich auch dürre Angaben zu den Gefallenen finden. „Die meisten starben in der Sowjetunion. Einige in Stalingrad“, sagt er.

Das Mahnmal ist inzwischen arg verwittert. „Manche Namen sind gar nicht mehr zu lesen“, weiß Fritz Heyer. Der Heimatverein will die Anlage sanieren – ein Vorhaben, mit dem er bei Samtgemeindebürgermeister Hallmann offene Türen einlief. Und nicht nur dort: Der Verein stellte einen Förderantrag beim Landschaftsverband Weser-Hunte. Der sagte eine 50-prozentige Förderung zu. Die ebenso hohe Co-Finanzierung – 1500 Euro – kommt von der Gemeinde Steimbke. Ein Steinmetz soll die unleserlichen und inzwischen wohl auch vergessenen Namen nacharbeiten. „Wir kennen die Namen nur anhand eines alten Fotos von der Einweihung des Mahnmals 1958“, berichtet Fritz Heyer. Für den Heimatverein wie auch für die Bürgermeister geht es bei der Sanierung der Steine nicht um „Heldenverehrung“, mahnt Knut Hallmann. „Hinter diesen Namen stehen Schicksale. Das waren überwiegend noch ganz junge Männer. Mancher ist zuvor vielleicht kaum je aus Lichtenhorst rausgekommen. Und die sind dann irgendwo in Frankreich oder Russland elend verreckt – für einen irrsinnigen Krieg.“

Es gibt noch einen zweiten Gedenkraum in Lichtenhorst – fast vergessen, liegen am Dorfrand Kriegsgefangene aus dem Zarenreich beziehungsweise aus der Sowjetunion begraben. Auch dieses Mahnmal soll saniert werden. Zunächst wird die marode Zaunanlage durch Mittel des Volksbundes ersetzt. Der Bescheid liegt bereits vor. Eine Sanierung der Grabstelen soll folgen. Doch dazu müsse zunächst, so das zuständige Innenministerium, die Gräberliste aktualisiert werden – „eine aufwändige Sache“, vermutet Knut Hallmann.

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Erstellt:
13. Juni 2020, 09:10 Uhr
Lesedauer:
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