Helge Nußbaum DH

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Guten Tag 02.12.2018 Von Helge Nußbaum

Makabre Spielabsage

In diesem Jahr wurde der Fußball im Kreis Nienburg vom schlechten Wetter weitgehend verschont. Sieht man mal von Estorfs Spielabsage vor gut einer Woche gegen die SG Diepholz und denen der Kreisliga gestern ab und lässt man dann noch Steimbkes Spiel gestern in Krähenwinkel außer Acht, dann haben fast alle Spiele im Kreisgebiet stattfinden können; es gibt bisher kaum Nachholpartien. Die hiesigen Landes- und Bezirksligisten können sich jetzt also auf eine ausgedehnte Fußballpause freuen, nur die Kreisligisten müssen aufgrund ihrer 18er-Staffel am kommenden Wochenende nochmal ran. Dann geht‘s im März weiter – reichlich Zeit zur Erholung. Doch was macht ein Amateurklub, wenn er nicht genug Spieler für die nächste Partie zusammenbekommt und das Wetter zu gut ist für eine Absage? Ein irischer Drittliga-Klub kam auf die denkbar schlechteste Idee, um einem Spieltag zu entgehen.

Beim Klub Ballybrack FC aus Dublin hat der Tiefpunkt der Vereinsgeschichte seit dem vorletzten Wochenende nicht mit einer Pleitenserie oder anderen sportlichen Hintergründen zu tun, sondern mit einer unfassbar anmutenden moralischen Niederlage. Ein Verantwortlicher des Vereins erfand tatsächlich den Tod eines Spielers, um die Partie gegen Arklow Town abzusagen.

Der Spieler Fernando Nuno La-Fuente sei bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen, als er auf dem Nachhauseweg vom Training verunglückte. Das teilte er dem Ligaverband mit. Ballybrack erreichte sein Ziel, die Begegnung fiel aus. Vor allen anderen Spielen der Liga wurde daraufhin eine Schweigeminute eingelegt, Einziges Problem an der Geschichte: Der vermeintlich Tote lebt seit geraumer Zeit schon wieder in seiner spanischen Heimat und erfuhr über soziale Netzwerke von seinem Ableben.

„Grundsätzlich bin ich nicht tot“, sagte der Fuß- baller in der Radio-Show des irischen Senders RTÉ. Er selbst habe durch einen Anruf von seinem vermeintlich Tod erfahren. „Kollegen riefen mich an und sagten, ich sei nun berühmt“, sagte Nuno La Fuente. „Sie schickten Massen von Artikeln und so habe ich erfahren, dass ich tot bin.“

Nicht nur bei dem Spanier hat sich Ballybrack inzwischen entschuldigt. Auf seiner Facebook-Seite schreibt der Klub von einer groben Fehlentscheidung und dass der Verantwortliche alle Ämter niedergelegt habe. Wie es allerdings zu der Entscheidung gekommen ist, verrät der Post bei Facebook nicht.

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Erstellt:
2. Dezember 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 09sec

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