Museumsleiterin Nowak-Klimscha im Fresenhof.

Museumsleiterin Nowak-Klimscha im Fresenhof.

07.09.2014

Mammut, Fibeln und „Nienburger Tasse“

Umbau des Nienburger Fresenhofes: Neue Dauerausstellung mit Rundgang / Schaudepot geplant

Von Michael Duensing

Nienburg. Zurzeit wird im Fresenhof des Nienburger Museums an der Leinstraße ordentlich gewerkelt: Die Umbaumaßnahmen laufen auf vollen Touren. Eine Million Euro kostet der Umbau. Finanziert wird die Baumaßnahme aus unterschiedlichen Quellen: Der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) zahlt die Hälfte. Außerdem beteiligen sich die Stadt Nienburg, Landkreis Nienburg, Land Niedersachsen, Landschaftsverband Weser-Hunte, Eigenmittel, Wirker-Stiftung, Hoya-Diepholz’sche Landschaft, Avacon AG, Sparkasse und Volksbank. Im Zuge der Umbaumaßnahmen werden auch im Quaet-Faslem-Haus Teilbereiche neu gestaltet, und der Fresenhof bekommt einen Außenaufzug.

Museumsleiterin Kristina Nowak-Klimscha verrät bereits jetzt, auf was sich die Besucherinnen und Besucher ab Ende Januar/Anfang Februar 2015 freuen können. Im Erdgeschoss finden dann, wie gehabt, die Sonderausstellungen statt. In den beiden Obergeschossen werden unter anderem zwei Dauerausstellungen installiert. In dieser Ausgabe der Harke am Sonntag wird die inhaltliche Konzeption der ersten Etage vorgestellt. Zunächst macht die Museumsleiterin jedoch deutlich, dass grundsätzlich der Fokus auf den Fresenhof als Museumshaus gerichtet werden soll. Die historische Betrachtung von Stadt und Landkreis wird zukünftig nicht mehr nach Themen, sondern chronologisch sortiert sein. „Das ist didaktisch besser zu vermitteln“, erklärt die Museums-Chefin. Los geht es in der Altsteinzeit, rund 50 000 Jahre vor Chr.. Gezeigt werden unter anderem die ältesten regionalen Spuren der Neandertaler.

Der chronologische Rundgang reicht dann bis etwa ins neunte Jahrhundert n. Chr.. Neben zahlreichen Fundstücken werden auch Exponate der Altsachsen wie Fibeln oder Schwerter gezeigt, die aus dem Liebenauer Gräberfeld stammen. Diese Ausstellung war bislang im zweiten Obergeschoss des Fresenhofes untergebracht. Kristina Nowak-Klimscha erläutert die neue Konzeption so: „Die Chronologie ist der eine rote Faden im ganzen Haus. Der zweite Schwerpunkt betrachtet den Raum, in dem der Landkreis Nienburg liegt.“ Das Kreisgebiet befinde sich häufig in Grenzregionen, und das sei das Besondere und Spannende. Konkret soll beispielsweise gezeigt werden, dass die „Sesshaftwerdung“ unterschiedlich verlaufen sei, denn zum einen würde es Belege für die so genannte „Trichterbecherkultur“, und zum anderen für die „Michelsberger Kultur“ geben. Das heißt, zwei unterschiedliche Kulturkreise haben sich parallel im Landkreis niedergelassen, was aus diversen Funden hervorgehe.

Aber auch solche Besonderheiten wie die „Nienburger Tasse“, eine Keramikform, die in den Hügelgräbern in Erichshagen-Wölpe erstmalig gefunden wurde und folglich als Namensvorlage diente, wird fokussiert. Nicht zu vergessen sei der Wölper Hängeschmuck. „Wir möchten Objekte, die einzigartig sind, in den Vordergrund rücken“, stellt Kristina Nowak-Klimscha heraus. In der Praxis werden die Exponate in modernen Glasvitrinen ausgestellt. Zudem wird es auf dem Rundgang großformatige Bildflächen geben, die auch Objektträger sein können - zum Beispiel wird ein abstrahiertes Bild eines Mammut im Maßstab 1:1 zu sehen sein - inklusive vereinzelter Knochen. „Unser Ziel ist es, die Besonderheiten der Stadt und des Landkreises Nienburg zu zeigen. Wir bieten detaillierte, interessante Geschichten, die als Vorausschau für das Große dienen. Und es gibt mehr Objekte zu sehen. Viele Geschichten werden erzählt, die vorher noch nicht präsent waren“, unterstreicht die Museumsleiterin. Und das passiert auch mittels des Schaudepots, das zahlreiche Exponate und Archivalien zeigt.

Einen Dank richtet Kristina Nowak-Klimscha an das Museumsteam, das Ausstellungsgestaltungsteam und die Architekten, die für die konstruktive Umsetzung des Umbaus verantwortlich zeichnen.

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Erstellt:
7. September 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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