Am kommenden Donnerstag ist das Repair-Cafe wieder geöffnet.

Am kommenden Donnerstag ist das Repair-Cafe wieder geöffnet.

01.03.2015

„Manchmal hilft schon Ballistol“

Repair-Café im Werkraum der VHS an jedem ersten Donnerstag im Monat geöffnet / Nächster Termin: 5. März

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Ute Pitt kann gut nähen, Wolfgang Siebert kennt sich mit Holz aus, Rudi Meiners repariert Fahrräder, Friedel Werner ist Bastler und Modellbauer. Zusammen mit weiteren hilfsbereiten Geistern waren sie am 5. Februar in das VHS-Gebäudes in der Rühmkorffstraße gekommen, um denen ihre Dienste anzubieten, die nicht mehr weiterwissen, wenn das Bügeleisen, der Staubsauger oder der CD-Player kaputt ist. An jedem ersten Donnerstag im Monat ist im Werkraum des VHS-Hauses von 17 bis 20 Uhr das Repair-Café geöffnet. Von der Überzeugung geleitet, dass Wegwerfen die schlechteste Lösung ist – und für viele auch aus finanziellen Gründen nicht in Frage kommt –, haben VHS und Diakonisches Werk im September 2014 zum ersten Mal Menschen, die handwerklich geschickt sind und ihr Wissen gerne an andere weitergeben wollen, mit denen zusammengeführt, die diese Hilfe gerne in Anspruch nehmen wollen. Mindestens 30 waren es an diesem Donnerstag.

Sie kamen aus allen Teilen des Kreises Nienburg. Und sogar aus Bassum. „Empfangsdame“ Ulrike Granich hatte alle Hände voll zu tun. Sie händigte Anmeldebögen aus, vergab Nummern und fragte schließlich ab, ob den „Kunden“ auch geholfen werden konnte.

„Manchmal hilft schon Ballistol“, weiß Heinrich Marquardt aus eigener Erfahrung. Aber eben nicht immer. Er hatte unter anderem sein altes Transistor-Radio mitgebracht. Aus den 50er-Jahren. „Man hängt schließlich dran. Das wirft man doch nicht weg“, so der Nienburger. In Friedel Werner hatte er genau den richtigen Ansprechpartner gefunden. Er ist Bastler aus Leidenschaft.

Mitgebracht wurden an diesem Nachmittag auch kaputte Staubsauger und Bügeleisen. Noch relativ neuwertig und nicht gerade günstig. Oder das schnurlose Telefon, das irgendwie nicht mehr so richtig klingelte.

Ute Pitt hatte ihre Nähmaschine an diesem Tag umsonst mitgebracht. Eine Hose zu säumen oder eine Naht nachzunähen hatte an diesem Tag niemand. „Vermutlich können viele Frauen das doch noch selbst. Oder sie bringen ihre Kleidungsstücke zur Änderungsschneiderin“, so ihre Vermutung.

Auch Tischler Wolfgang Siebert hatte an diesem Nachmittag viel Zeit zum Klönen. Einen wackeligen Stuhl oder ein anderes kaputtes Möbelstück hatte niemand dabei. Gleiches galt für Rudi Meiners. Ein Fahrrad reparieren lassen wollte an diesem kalten Tag im Februar niemand. Der Haßberger ist aber überzeugt davon, dass sich das wieder ändern wird, sobald die Temperaturen steigen und die Räder aus den Kellern und Garagen hervorgeholt werden.

Hilfe zur Selbsthilfe leistete Martin Bauer. Er zeigte, wie einfach es – eigentlich – ist, das Kabel wieder am Stecker zu befestigen.

Neu im Team der „Reparateure“ ist seit diesem Donnerstag im Februar Wilfried Wölbern. Er kennt sich gut mit Computern aus und war von seinem Kollegen gefragt worden, ob er nicht mal mitkommen wolle.

Bezahlen muss man im Repair-Café für die Reparatur nicht. Um eine kleine Spende wird jedoch gebeten. „Für den Kuchen und die Getränke fürs nächste Mal“, so Marion Schaper, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks. Für sie, wie auch für Claudia Hiesemann-Wienkamp von der VHS ist noch ein weiterer Aspekt wichtig: Im Repair-Café lässt sich nach Herzenslust fachsimpeln und über Gott und die Welt klönen.

Die nächsten Termine für das Repair-Café im Keller der VHS sind der 5. März, der 9. April, der 7. Mai und der 4. Juni. Geöffnet ist jeweils von 17 bis 20 Uhr. Informationen gibt es auch unter Telefon 0 50 21/9 67-6 00 beziehunsgweise per Email unter vhs@kreis-ni.de.

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Erstellt:
1. März 2015, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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