Nach der Zahlung der Sicherheitsleistung in Höhe von 25.000 Euro wurden beide Fahrzeuge wieder freigegeben. Polizei

Nach der Zahlung der Sicherheitsleistung in Höhe von 25.000 Euro wurden beide Fahrzeuge wieder freigegeben. Polizei

Nienburg 16.04.2019 Von Die Harke

Manipulation am Fahrtenschreiber

Polizei zieht in Nienburg Kleinlastergespanne aus dem Verkehr

Bei zwei in Nienburg kontrollierten Kleinlastwagengespannen sind Polizisten auf manipulierte Getriebesensoren gestoßen. Diese füttern den Fahrtenschreiber und zeichnen so die Lenkzeiten des Fahrers aus. In beiden Fahrzeugen, die jeweils drei Neuwagen geladen hatten, waren die Sensoren so manipuliert, dass die Fahrtenschreiber nichts aufzeichneten.

In einer Fachwerkstatt fanden die Mechaniker heraus, dass auf die üblicherweise eine im Sensor verbaute Platine eine weitere genagelt worden war. Diese sorgte dafür, dass die Stromzufuhr unterbrochen und mit einer Fernbedienung so gesteuert wurde, dass der Fahrer beim Betätigen der Fernbedienung den Fahrtenschreiber ausschalten konnte. „Das bedeutete, dass der Fahrer fahren konnte, obwohl im Fahrtschreiber währenddessen Ruhezeit aufgezeichnet wurde. Diese Art der Manipulation ist der Polizei hauptsächlich aus den osteuropäischen Ländern bekannt“, teilte Polizeisprecher Axel Bergmann am Dienstag mit. Damit könne ein Fahrer seine reine Fahrtätigkeit erheblich erhöhen, ohne dass dieses auffalle. Damit gehe von dem Fahrer beispielsweise durch Übermüdung eine erhebliche Verkehrsgefahr aus.

Nach dem Ausbau und der Sicherstellung der beiden Aufzeichnungsgeräte sowie der Sensoren verhängte die Polizei eine Sicherheitsleistung gegen die Fahrer und den Unternehmer in Höhe von insgesamt 25.000 Euro. Nach der Zahlung wurden beide Fahrzeuge wieder freigegeben.

„Auffällig bei diesem Sachverhalt war für uns der Umstand, dass beide Fahrzeuge einer Firma gehörten und beide Fahrzeuge gleichzeitig sowie gleichartig manipuliert wurden", kommentierten die beiden auf den Schwerlastverkehr spezialisierten Beamten der Nienburger Polizei den Vorfall.

Die Kontrolle auf der B6 fand bereits am Dienstag, 9. April, statt. Die Kleinlastergespanne waren in Fahrtrichtung Bremen unterwegs und wurden „Am Rehhagen“ angehalten. Polizisten waren den Gespannen in ihren zivilen Funkstreifenwagen bereits einige Zeit gefolgt. Im Rahmen der ganzheitlichen Kontrolle der Sozialvorschriften, Lenk- und Ruhezeiten sowie der Ladepapiere wurden auch die digitalen Fahrtschreiber der beiden Fahrzeuge ausgelesen. Bei der anschließenden Auswertung der digitalen Daten hatten die Beamten festgestellt, dass die tatsächlich gefahrene Strecke nicht mit der Strecke übereinstimmte, die in der Aufzeichnung vorhanden war. Nach mehreren Messungen habe sich schließlich der Verdacht der Manipulation erhärtet, so dass die Beamten eine Fachwerkstatt aufsuchten und die den Getriebesensor untersuchten.

Die manipulierte Platine des Fahrtenschreibers. Polizei

Die manipulierte Platine des Fahrtenschreibers. Polizei

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Erstellt:
16. April 2019, 11:50 Uhr
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