Loccum 28.02.2020 Von Heidi Reckleben-Meyer

Marktplatz mit fachlichem Rat planen

Loccumer Ortsmittelpunkt und Mehrgenerationenplatz Berliner Ring waren im Ortsrat Thema

Auf mehrere Jahre werden sich die öffentlichen Maßnahmen verteilen, die im Rahmen der Verbunddorfentwicklung der Stadt Rehburg-Loccum in ihren fünf Ortsteilen vorgenommen werden. Das wurde jetzt auch in der jüngsten Sitzung des Ortsrates Loccum beraten. Im Mittelpunkt standen bereits feststehende und künftige Maßnahmen in dem Ortsteil.

Es soll möglichst frühzeitig mit der Planung begonnen werden, um einen entsprechenden Förderantrag bis zum 15. September eines jeden Jahres für eine Umsetzung im darauffolgenden Jahr auf den Weg zu bringen. Und weil oftmals vor einer solchen Antragstellung zahlreiche Schritte notwendig sind – Planung, Angebotseinholung oder auch eine Bürgerbeteiligung – ist ein größrer Vorlauf notwendig.

Waren 2019 die Fenster im Loccumer Gebäude Marktstraße 12 (Alte Schule, die als Jugendzentrum der Stadt genutzt wird) erneuert worden, soll 2020 das Außengelände des zentralen Jugendzentrums umgestaltet werden.

Außerdem geht es im Bereich des Klosters um den Austausch unterschiedlicher Wegweiser durch einheitliche Beschilderung und die „Möblierung“ der Außenanlagen.

Ebenfalls sollen im Zuge der Verbunddorfentwicklung die umstrittenen Umgestaltungen des Spielplatzes im Bereich Berliner Ring/Abt-Uhlhorn-Haus zu einem Mehrgenerationenplatz und der Wege sowie der Ausbau der Verbindung zwischen Berliner Ring und Windmühlenweg in Angriff genommen werden.

Die ursprüngliche Planung für den Bereich sei überarbeitet worden, so Stadtbürgermeister Martin Franke. Eine ganze Reihe Tiefbauarbeiten seien gestrichen und die Planung insgesamt vom Gesamtumfang zurückgeführt worden – ohne jedoch die Grundzüge der Planung anzutasten. Allerdings befinde man sich auch jetzt noch im Bereich der Kostenschätzung.

Die Ausstattung für den Mehrgenerationenplatz liege nunmehr bei rund 55000 Euro und sei damit angemessen, auch wenn ein klassischer Spielplatz im Schnitt bei der Ausstattung bei rund 30000 liege. „Wir reden hier über Outdoor-Fitness-Geräte, bei denen auch darauf geachtet wurde, dass sie beispielsweise behindertengerecht sind“, sagte Franke.

Mir ist unheimlich daran gelegen, den Arbeitskreis Dorfentwicklung nicht durch Ideen, die nicht zuträglich sind, zu demotivieren.


Ortsbürgermeisterin Dörte Zieseniß
Eine Reduzierung oder gar einen Wegfall geplanter Wegesanierungen kritisierte auch Ortsbürgermeisterin Dörte Zieseniß, die die Wegeverbindung zwischen dem Berliner Ring und dem Windmühlenweg als „unbeleuchtete Katastrophe“ bezeichnete und betonte, dass das eben auch eine Sicherheitsfrage sei.

Stadtratsmitglied Anke Lampe machte erneut deutlich, dass sie die Standortwahl des Mehrgenerationenplatzes „da oben“ auch nach Gesprächen mit vielen Loccumerinnen und Loccumern für falsch halte, und bezeichnete einen Beschluss zum jetzigen Zeitpunkt zu diesem Punkt als vorschnell. Arbeitskreismitglied und Zuhörer Hans Rösner machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl, für den Fall, dass der geplante Rundweg im Bereich Berliner Ring dem Rotstift zum Opfer fallen sollte. „Das ist ja gerade das Interessante daran. Da spart man dann am verkehrten Platz.“

Für 2021 sei vorstellbar, den Loccumer Marktplatz und die angrenzende Umgebung – etwa von der einstigen Bäckerei Wiegrebe bis zum Pfarrhaus – umzugestalten. „Dieser Ortsmittelpunkt soll mit der Umsetzung eines bedarfsgerechten Nutzungskonzeptes belebt und die Aufenthaltsqualität verbessert werden“, heißt es dazu in den Sitzungsunterlagen.

Weil der Dorfentwicklungsplan jedoch anders als früher die Dorfverschönerungspläne keine konkreten Umgestaltungselemente nennt, sondern strategische Ziele formuliert, sei es jetzt entscheidend, so Franke, dass die Verwaltung vom Ortsrat den Auftrag erhalte, einen Planer zu suchen, der dann gemeinsam mit dem Arbeitskreis und weiteren interessierten Loccumern sozusagen im Rahmen einer „Planungsphase 0“ in einer Workshop-Situation Details einer Marktplatzumgestaltung ausarbeitet.

Dörte Zieseniß machte deutlich, dass ihr „unheimlich daran gelegen ist, den Arbeitskreis nicht durch Ideen, die nicht zuträglich sind, zu demotivieren“. Franke betonte, es gehe nicht darum, das bisher Erarbeitete zu verwerfen, sondern gemeinsam mit Interessierten das gesamte Umfeld des Marktplatzes mit einem Fachmann in den Blick zu nehmen.

Zum Artikel

Erstellt:
28. Februar 2020, 14:12 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 50sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.